Blitzer und Radarfallen – wie funktionieren die Geschwindigkeitsmessgeräte?

Circa drei Millionen Mal werden Autofahrer jährlich in Deutschland geblitzt. Um eine Geschwindigkeitsüberschreitung festzustellen, werden so genannte Blitzer (Geschwindigkeitsmessgerät) eingesetzt. Es gibt verschiedene Arten der Blitzer in Deutschland, die sich in ihrer Funktionsweise voneinander unterscheiden. Wird durch einen Blitzer eine überhöhte Geschwindigkeit erkannt, folgt ein Bußgeldbescheid.

Verschiedene Internetseiten geben an, wo sich aktuell Blitzer befinden. Auch der Verkehrsfunk weist eindeutig auf Blitzer hin, bei den meisten Radiosendern können Hörer einen Blitzer melden. Wie die Toleranz für einen Blitzer berechnet wird, ob eine Blitzer-App legal ist und was Sie durch einen Blitzer für Strafen erwarten, erfahren Sie im folgenden Ratgeber.


Der Begriff

Der Begriff „Blitzer“ bezeichnet umgangssprachlich ein Geschwindigkeitsmessgerät für Fahrzeuge. Geschwindigkeitsüberschreitungen sollen durch die Geräte erkannt und geahndet werden.

Blitzerarten und deren Funktionsweise

Es gibt verschiedene feste und stationäre Blitzer. Auch ein mobiler Blitzer kommt in Deutschland oft zum Einsatz. Die folgende Blitzer-Liste soll einen Überblick über die verschieden Arten der Geschwindigkeitsmessgeräte geben:

  • Lichtschrankenmessgeräte: Hier wird die Geschwindigkeit mittels der Durchfahrtzeit einer bestimmten Strecke ermittelt. Das Fahrzeug passiert drei Lichtschranken. Aus diesen Daten wird dann die Geschwindigkeit berechnet.
  • Verkehrsradaranlagen: Sie sind das am öftesten genutzte Messgerät für die Geschwindigkeit eines Fahrzeugs. Sie treten in der Regel als stationäre Blitzer auf. Durch den Doppler-Effekt wird die Geschwindigkeit bestimmt. Dabei wird ein Signal von Gerät (der Blitz) abgegeben. Das Signal wird von dem Fahrzeug reflektiert. Aus der Differenz beider Signale wird die Geschwindigkeit bestimmt.
  • Ampelblitzer: Diese Art des Blitzer dient dazu, Rotlichtverstöße zu ermitteln. Die Geschwindigkeit ist bei diesem Messgerät nicht entscheidend. Der Blitzer löst meist zweimal aus und wird in der Regel hinter einer Ampel angebracht. Begeht der Fahrer einen Rotlichtverstoß, kann dies durch den Ampelblitzer nachgewiesen werden.
  • Laser: Durch eine „Laserpistole“ werden Lichtimpulse ausgesendet. Der Blitz wird vom Fahrzeug reflektiert. Gesendeter und empfangener Impuls werden durch die Auswertungselektonik geprüft und geben die gefahrene Geschwindigkeit an.
  • Blitzer mit Induktionsschleifen: Bei diesem Blitzer fährt ein Fahrzeug über Induktionsschleifen auf der Fahrbahn. Der ausgeübte Druck wird von der Induktionsschleife erfasst. Meiste befinden sich zwei bis drei dieser Schleifen auf der Fahrbahn. Es wird erfasst, wann sich das Auto auf der jeweiligen Schleife befand. Durch eine Weg-Zeit Berechnung, kann dann die Geschwindigkeit ermittelt werden.
  • Videonachfahrsysteme: Diese Methode ist ein mobiler Blitzer, wobei der „Blitz“ ausbleibt (quasi ein Blitzer ohne Blitz). Videonachfahrsysteme werden vor allem von Streifenpolizisten eingesetzt. Sie verfolgen ein verdächtiges Auto und zeichnen ein Video auf und werten dieses im Anschluss aus. Als Referenz dient der Tachowert des Polizeiautos. Messfehler können bei dieser Methode vermehrt auftreten. Allerdings ist dies eine gängige Methode, bei der die Polizei den Blitzer selbst bedient.

Toleranz beim Blitzen

Die Toleranz beim Blitzen fällt zugunsten des Fahrers  aus. Dadurch kann die Geldstrafe geringer ausfallen.

Die Toleranz beim Blitzen fällt zugunsten des Fahrers aus. Dadurch kann die Geldstrafe geringer ausfallen.

Egal, mit welchem Gerät geblitzt wird, jeder Blitzer hat eine Toleranz, die zugunsten des Fahrers abgezogen wird. Der Toleranzabzug von einem Blitzer hängt von der Funktionsweise des Geräts ab. In der Regel werden drei Prozent der gemessenen Geschwindigkeit abgezogen. In einigen Fällen kann der Toleranzabzug die Strafe erheblich reduzieren.

Ausnahmen bilden stationäre Blitzer und Nachfahrsysteme. Beim festen Blitzer beträgt die Toleranz drei bis fünf Prozent. Die Nachfahrsysteme werden mit einer Toleranz zwischen fünf und zehn Prozent korrigiert.

Wissenswertes über Blitzer:

Ein Blitzer kann Kosten in Höhe von 20.000 bis 250.000 Euro für die Anschaffung verursachen. Der Preis hängt natürlich vom Modell ab.

Löst ein Blitzer von hinten aus, ist also nur das Fahrzeug und nicht der Fahrzeugführer zu sehen, kann das Foto in der Regel nicht als Beweis für die Geschwindigkeitsüberschreitung genutzt werden.

Eine Blitzer-Attrappe wird meist von Privatpersonen aufgestellt. Allerdings sind diese an öffentlichen Plätzen nicht erlaubt.
Grundsätzlich besteht immer die Möglichkeit, dass sich das Foto von einem Blitzer anfechten lässt. Wird ein Messfehler nachgewiesen, entgehen Sie dem Bußgeld.

Der Blitzer verursacht Kosten für die Geschwindigkeitsüberschreitung

Das Blitzen innerorts und Blitzer auf der Autobahn, soll Autofahrer davon abhalten Unfälle durch überhöhte Geschwindigkeit zu produzieren. Auch ein Motorrad kann durch Blitzer erfasst werden. Wird durch den Blitzer eine Geschwindigkeitsüberschreitung festgestellt, folgt ein Bußgeldbescheid.

Durch einen Blitzer können auch Punkte in Flensburg verhängt werden. Wichtig ist immer, dass die Messung korrekt durchgeführt wurde. Erhalten Sie einen Bußgeldbescheid und ein Blitzerfoto kann es sich lohnen, einen Anwalt zu konsultieren und die Messung überprüfen zu lassen.

Lesen Sie in unserem Ratgeber zur Geschwindigkeitsüberschreitung innerorts, welche Strafen Sie erwarten, wenn Sie geblitzt werden.

Die Blitzerwarner-App und andere Blitzer-Warner

Blitzer-Apps zeigen an, an welchen Stellen sich feste Geschwindigkeitsmessgeräte befinden. Senden Sie einen Warnton aus, sind sie illegal.

Blitzer-Apps zeigen an, an welchen Stellen sich feste Geschwindigkeitsmessgeräte befinden. Senden Sie einen Warnton aus, sind sie illegal.

Blitzer-Apps können auf dem Smartphone oder für das Navigationsgerät installiert werden. Mittlerweile sind sogar eigenständige Geräte, die nur als Blitzer-Warner fungieren auf dem Markt. Sie können einerseits vor festen und mobilen Blitzern warnen, indem Sie einen Warnton abspielen und andererseits sogar das Signal des Blitzers stören.

Für eine Signalstörung sind Blitzer-Apps bzw. Blitzerwarner allerdings in der Regel nicht geeignet. Diese können aber von einem eigenständigen Gerät verursacht werden. Dabei kann der Blitzer durch das Störsignal nicht auslösen und die Geschwindigkeitsmessung bleibt aus.

Die Blitzer-Apps bzw. Blitzerwarner greifen auf das GPS des Telefons zu und verbrauchen ein hohes Datenvolumen, wenn Sie in Betrieb sind. Daher können je nach Anbieter zusätzliche Kosten anfallen.

Blitzerwarner und Applikationen sind in Deutschland illegal. Der Nutzer verstößt gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO). In Paragraph 23 ist eindeutig geregelt:

Wer ein Fahrzeug führt, darf ein technisches Gerät nicht betreiben oder betriebsbereit mitführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören. Das gilt insbesondere für Geräte zur Störung oder Anzeige von Geschwindigkeitsmessungen (Radarwarn- oder Laserstörgeräte).

Der Blitzermarathon

Seit dem 10. Oktober 2013 wird in Deutschland jährlich ein Blitzermarathon durchgeführt. Da überhöhte Geschwindigkeit eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle ist, will die Polizei durch diesen Aktionstag die Sensibilität der Autofahrer für die Geschwindigkeit stärken.

Der erste Marathon wurde am 10. Februar 2012 in Nordhein-Westfalen durchgeführt. Im Folgejahr schlossen sich die übrigen Bundesländer an. Eine europaweite Aktion fand am 16.April 2015 statt. Die Messstellen werden vorab über die Medien kommuniziert. Allerdings sind auch Kontrollen an vorher nicht genannten Stellen möglich. Der Marathon dauert 24 Stunden.

Für 2016 soll es keinen Blitzermarathon geben. Die Polizei soll bei ihrer Arbeit entlastet werden, da die Beamten im Hinblick auf den Flüchtlingsansturm eine hohe Mehrarbeit zu bewältigen haben.

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