Anschnallpflicht in Deutschland

Viele Autos haben einen Warnton eingebaut, der immer dann anschlägt, wenn der Fahrer oder der Beifahrer keine Sicherheitsgurte angelegt haben. In Deutschland gibt es eine Gurtpflicht für alle Personen, die in einem Kfz mitfahren. Wer seiner Anschnallpflicht nicht nachkommt, muss mit Strafen gemäß des Bußgeldkatalogs rechnen.

Bußgeldrechner bei Verstößen gegen die Anschnallpflicht

Bußgeldtabelle Verstöße gegen die Gurtpflicht

Kosten und Punkte:

VerstoßVerwarnungsgeldBußgeldPunkte
Den Sicherheitsgurt während der Fahrt nicht angelegt30 €
Kind nicht vorschriftsmäßig gesichert30 €
... bei mehreren Kindern35 €
Kind ohne Sicherung60 €1
.... bei mehreren Kindern70 €1

Gurtpflicht in Deutschland – Warum die Anschnallpflicht wichtig ist

In Deutschland besteht die Anschnallpflicht. Diese gilt für alle Personen, unabhängig davon, wo sie im Auto sitzen.

In Deutschland besteht die Anschnallpflicht. Diese gilt für alle Personen, unabhängig davon, wo sie im Auto sitzen.

Als im Jahr 1974 die Gurtpflicht für den Fahrer in Deutschland eingeführt wurde, ging ein Aufschrei durch die Bevölkerung. Die Bürger sahen zwar den Sinn in der Anschnallpflicht, hatten aber Angst um ihre Freiheit und besonders Frauen um ihre Oberweite. Erst fünf Jahre später folgte eine Anschnallpflicht für Personen hinten im PKW. Da die Ignoranz der Gurtpflicht sehr hoch war, wurde ab 1984 eine Missachtung mit einem Bußgeld geahndet.

Der Sicherheitsgurt gehört heute zur Standartausstattung in jedem Kfz, das Anschnallen geschieht fast schon automatisch. Wer nicht angeschnallt ist geht nicht nur das Risiko eines Bußgeldes ein, auch das Risiko bei einem Verkehrsunfall schwere Verletzungen zu erleiden steigt ohne Sicherheitsgurt. Ist der Beifahrer nicht angeschnallt, sollte ihn der Fahrer darauf hinweisen. Wird ein Fahrer geblitzt und ist nicht angeschnallt, so kann auch dieses Vergehen per Bußgeld bestraft werden.

Fahren ohne Gurt gefährdet also vor allem Ihre Gesundheit und kann schon bei geringer Geschwindigkeit zu einem tödlichen Unfall führen. Statistiken belegen, dass die Zahl der Unfalltoten seit Einführung der Anschnallpflicht deutlich reduziert werden konnte. Wer keinen Gurt anlegt, muss mit einem Verwarnungsgeld in Höhe von 30 Euro rechnen.

Besondere Anschnallpflicht für Kinder / Kinder auf dem Beifahrersitz

Die Beförderung von Kindern in einem Auto ist durch § 21 Straßenverkehrsordnung (StVO) geregelt:

„Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr, die kleiner als 150 cm sind, dürfen in Kraftfahrzeugen auf Sitzen, für die Sicherheitsgurte vorgeschrieben sind, nur mitgenommen werden, wenn Rückhalteeinrichtungen für Kinder benutzt werden […]“

Seit April 1993 besteht die Kindersicherungspflicht. Das heißt, hat ein Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht beendet oder ist nicht größer als 150 cm, so muss es in einem Kindersitz transportiert werden. Ohne einen Kindersitz könnte der Sicherheitsgurt nicht durchgreifen bzw. würde das Kind verletzen. Ein Bußgeld für nicht angeschnallte junge Menschen beläuft sich auf 30 Euro.

Auch für Kinder besteht eine Anschnallpflicht. Zusätzlich muss bis zum vollendeten 12. Lebensjahr ein Kindersitz benutzt werden.

Auch für Kinder besteht eine Anschnallpflicht. Zusätzlich muss bis zum vollendeten 12. Lebensjahr ein Kindersitz benutzt werden.

Ein Transport der Kinder auf dem Beifahrersitz ist grundsätzlich erlaubt. Allerdings sollten Sie sich in der Gebrauchsanweisung des Kindersitzes darüber informieren, ob es vom Hersteller Hinweise oder Einschränkungen gibt. Weiterhin ist zu beachten, dass der Kindersitz nicht entgegen der Fahrtrichtung angebracht sein sollte, da das Kind sonst beim Auslösen des Airbags schwer verletzt werden könnte.

Fahren ohne Gurt erlaubt – diese Ausnahmen gibt es

Wer öfter mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, stellt fest, dass bei Kraftomnibussen keine Anschnallpflicht besteht bzw. dass dort gar keine Gurte vorhanden sind.

Paragraph 21a der StVO sieht einige Ausnahmen für die Anschnallpflicht vor:

  1. Personen beim Haus-zu-Haus-Verkehr, wenn sie im jeweiligen Leistungs- oder Auslieferungsbezirk regelmäßig in kurzen Zeitabständen ihr Fahrzeug verlassen müssen
  2. Fahrten mit Schrittgeschwindigkeit wie Rückwärtsfahren, Fahrten auf Parkplätzen
  3. Fahrten in Kraftomnibussen, bei denen die Beförderung stehender Fahrgäste zugelassen ist
  4. das Betriebspersonal in Kraftomnibussen und das Begleitpersonal von besonders betreuungsbedürftigen Personengruppen während der Dienstleistungen, die ein Verlassen des Sitzplatzes erfordern
  5. Fahrgäste in Kraftomnibussen mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 t beim kurzzeitigen Verlassen des Sitzplatzes

Doch aufgepasst: Sind in einem Reisebus Gurte vorhanden, so greift die Anschnallpflicht! Schanllen Sie sich nicht an, müssen Sie mit einem Bußgeld rechen.

Hund anschnallen?

Eine konkrete gesetzliche Regelung zum Transport von Hunden gibt es nicht. Allerdings gelten Hunde laut § 22 StVO als „Ladung“. Sie sind daher so zu sichern, dass sie bei einer Vollbremsung oder plötzlichen Ausweichmanövern nicht durch das Auto fliegen. Wenn der Hund im Kofferraum transportiert wird, ist es ratsam, ein „Hundegitter“ einzubauen. Auf Autobahnfahrten raten Experten außerdem, dem Tier einen „Hundegurt“ anzulegen, wenn es auf der Rückbank und nicht im Kofferraum transportiert wird.

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