Autokennzeichen

Kfz-Kennzeichen dienen zur Identifizierung des Halters eines Fahrzeugs. Umgangssprachlich werden Autokennzeichen in Deutschland als Nummernschilder bezeichnet. Sie werden meist aus Aluminium gefertigt, seit 2006 gibt es allerdings auch ein selbstleuchtendes Autokennzeichen. Ein amtliches Kennzeichen wird bei der Kfz-Zulassungsstelle des jeweiligen Verwaltungsbezirks beantragt und ausgestellt. Die Daten werden im Zentralen Fahrzeugregister gespeichert. Danach erfolgt die Kfz-Zulassung für das angemeldete Fahrzeug. Auch die Ummeldung oder Abmeldung eines Autos muss im Zentralen Fahrzeugregister verzeichnet werden.

Kennzeichen in Deutschland und ihre Bedeutung

Ohne Autokennzeichen darf ein Fahrzeug nicht in Betrieb genommen werden. Der Halter muss es bei der zuständigen Zulassungsbehörde anmelden.

Ohne Autokennzeichen darf ein Fahrzeug nicht in Betrieb genommen werden. Der Halter muss es bei der zuständigen Zulassungsbehörde anmelden.

Es gibt viele Arten von Kfz-Kennzeichen in Deutschland. Viele verschiedene deutsche Autokennzeichen wurden über die Zeit eingeführt. Man unterteilt Standard- und Sonderkennzeichen. So gibt es zum Beispiel Saisonkennzeichen, Überführungskennzeichen, rote Kennzeichen (für Händler und Werkstätten) oder H-Kennzeichen für Oldtimer. Wichtige Sonderkennzeichen sind Behördenkennzeichen. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über wichtige Sonderkennzeichen:

Institution/BehördeKürzel
BundespolizeiBP
BundesgrenzschutzBG
BundeswehrY
Fahrzeuge des BundesBD
Technisches HilfswerkTHW

Regierungseinrichtungen wie der Bundestag, Bundesrat oder das Bundesverfassungsgericht besitzen das Kürzel „BD“. Die folgenden Ziffern im Autokennzeichen beschreiben dann das ausgeführte Amt genauer. Auch Landesbehörden besitzen eigene Kürzel für ihre Fahrzeuge (Berliner Senat z.B. das Kürzel „B“).

Das Unterscheidungszeichen

Um den Verwaltungsbezirk zu identifizieren, in dem das Fahrzeug gemeldet ist, gibt es die Unterscheidungszeichen. Sie bestehen aus maximal drei Buchstaben. Festgelegt werden diese Buchstaben durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Das Bundesministerium kann das Zeichen auch wieder abschaffen. Allerdings darf es so lange weitergeführt werden, bis der Halter sein Fahrzeug stilllegt. Das Unterscheidungszeichen darf durch keine Aufkleber verdeckt oder unkenntlich gemacht werden.

Seit dem 1.1.2015 ist in Deutschland bundesweit die Umkennzeichnungspflicht entfallen. Das heißt, auch bei einem Umzug in einen anderen Verwaltungsbezirk darf der Autofahrer sein Nummernschild behalten. Das spart bürokratischen Aufwand und Geld. Allerdings steht es jedem Halter frei sich ein neues Autokennzeichen anfertigen zu lassen. 1994 wurde in Deutschland ein EU Kennzeichen eingeführt. Über der Länderkennung („D“ für Deutschland) sind die zwölf Sterne der Europaflagge zu sehen. Diese Kennzeichnung befindet sich auf blauem Hintergrund.

Erkennungsnummer und Prüfplakette

Früher gab es auf einem Nummerschild für die HU und AU jeweils eine Prüfplakette. Heute existiert nur noch die runde HU Prüfplakette.

Früher gab es auf einem Nummerschild für die HU und AU jeweils eine Prüfplakette. Heute existiert nur noch die runde HU Prüfplakette.

Auf jedes Unterscheidungszeichen folgt eine Erkennungsnummer. Diese besteht aus ein oder zwei Buchstaben sowie einer bis vier Nummern. Auf dem Nummernschild dürfen nicht mehr als acht Zeichen stehen. Umlaute („Ä“, „Ö“ und „Ü“) sind genauso verboten wie Kombinationen, die beleidigende Wörter oder Abkürzungen ergeben können (HJ, KZ, NS, SD etc.).

Die Prüfplaketten befinden sich zwischen Erkennungsnummer und Unterscheidungszeichen. Seit 2010 gibt die runde Prüfplakette an, wann die nächste Hauptuntersuchung ansteht. Die Abgasuntersuchung ist in die Hauptuntersuchung integriert. Außerdem hat jedes Autokennzeichen Deutschlands eine Stempelplakette, die von der jeweiligen Zulassungsbehörde angebracht wird.

Ein Autokennzeichen ohne Stempel- und Prüfplakette darf nicht auf einer öffentlichen Straße gefahren werden. Fehlt das Kennzeichen komplett, darf das Fahrzeug ebenfalls nicht in Betrieb genommen werden. Zusätzlich muss das Nummernschild gut lesbar und im Dunkeln ausreichend beleuchtet sein.

Kfz-Kennzeichen reservieren

Um die Zulassungsbehörden zu entlasten und lange Warteschlangen zu vermeiden, werden die Funktionen der Behörde mehr und mehr online verfügbar. Bei einer KfZ-Zulassung besteht die Möglichkeit, das Kfz-Kennzeichen online zu reservieren. Die Kennzeichensuche für Ihr Wunschkennzeichen erfolgt über ein Onlineformular. Dort können Sie die Kennzeichen-Verfügbarkeit überprüfen, um zu sehen, ob gewünschte freie Kennzeichen verfügbar sind.

Haben Sie ein Autokennzeichen gefunden, das Ihnen zusagt, können Sie online über das Portal der Zulassungsbehörde das Nummernschild reservieren. Fahrer, die ein Autokennzeichen reservieren, zahlen eine Gebühr von ca. zwölf Euro.
Sie können über verschiedene Anbieter ein Kennzeichen online bestellen oder ein Kennzeichen online kaufen. Hierzu ist es wichtig, ein seriöses Unternehmen zu wählen, welches auch einen Käuferschutz anbietet.

Autokennzeichen online abmelden

Seit 2015 kann ein Fahrzeughalter sein Autokennzeichen online abmelden. Hierzu ist ein Sicherheitscode nötig.

Seit 2015 kann ein Fahrzeughalter sein Autokennzeichen online abmelden. Hierzu ist ein Sicherheitscode nötig.

2015 begann das Projekt „i-Kfz“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur. Ziel ist es, dass Fahrzeughalter mit Hilfe des neuen Personalausweises ihr Fahrzeug online außer Betrieb setzen können.

Verkehrsminister Dobrindt auf der CeBIT 2015 in Hannover dazu:

„Die Online-Abmeldung ist der erste Schritt einer internetbasierten Fahrzeugzulassung. Mit dem Online-Verfahren sparen Bürger und Zulassungsbehörden Geld und Zeit. Das gesamte Zulassungssystem wird effektiver und kostengünstiger.“

Konkret werden seit 1.1.2015 neue Stempelplaketten und Zulassungsbescheinigungen bei jeder neuen Kfz-Zulassung verwendet. Auf ihnen befindet sich jeweils ein verdeckter Sicherheitscode. Mit diesem Sicherheitscode kann auf den Portalen der jeweiligen Zulassungsbehörden oder über ein zentrales Portal des Kraftfahrt-Bundesamts ein Antrag auf Außerbetriebsetzung gestellt werden.

Ein persönliches Erscheinen ist bei diesem Verfahren nicht nötig. Bei rund 9 Millionen Fahrzeugen, die jährlich abgemeldet werden, sparen sowohl die Behörden als auch die Fahrzeughalter dadurch eine Menge Zeit. Allerdings kann das Auto auch weiterhin in der zuständigen Zulassungsbehörde abgemeldet werden.

Autokennzeichen geklaut – was nun?

Sollten Sie feststellen, dass Ihnen die Nummernschilder geklaut wurden, ist schnelles Handeln angebracht. Der Diebstahl muss unverzüglich der Polizei gemeldet werden. Sollte der Dieb mit ihren geklauten Nummernschildern Straftaten oder Ordnungswidrigkeiten begehen, geraten Sie so nicht in den Verdacht, diese Taten selbst begangen zu haben. Parallel dazu sollten Sie der Zulassungsbehörde den Diebstahl melden, da diese ihr geklautes Kennzeichen umgehend sperrt. Bei der Zulassungsbehörde können Sie auch neue Nummernschilder für Ihr Kfz kaufen. Meist lohnt es sich nicht, die Autokennzeichen zu suchen, da Autoschilder meist nicht einfach nur abgeschraubt und liegengelassen werden.

Wichtig: Auch wenn Ihnen die Kennzeichen geklaut wurden, dürfen Sie ohne Autokennzeichen das Fahrzeug nicht in Betrieb nehmen! Es sei denn, die Polizei stellt Ihnen eine entsprechende Bescheinigung aus.

Nachdem Sie den Diebstahl zur Anzeige gebracht haben, müssen sie zur zuständigen Zulassungsstelle und ein neues Kennzeichen beantragen. Ihr altes Kennzeichen kann nicht erneut ausgestellt werden, da es durch den Diebstahl mit einer Sperrfrist von mindestens fünf Jahren belegt ist. Folgende Unterlagen müssen Sie in der Zulassungsstelle vorlegen:

  • Personalausweis/Reisepass
  • Zulassungsbescheinigung Teil I (ehemals Fahrzeugschein)
  • Zulassungsbescheinigung Teil II (ehemals Fahrzeugbrief)
  • Bescheinigung über letzte HU im Original
  • Diebstahlanzeige der Polizei
  • Autokennzeichen (falls nur eines der Nummernschilder geklaut wurde)

Alle Papiere und die Umweltplakette müssen erneuert werden, da sich die Kennzeichnungen auf Ihrem Nummernschild befanden. Inklusive neuer Schilder kostet Sie ein Autokennzeichendiebstahl etwa 60 Euro. Die Versicherung übernimmt den Schaden in der Regel nicht.

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