Bußgeldkatalog – die Hauptuntersuchung

Jeder Fahrzeughalter, egal ob von einem LKW, Bus, Motorrad oder Auto, ist dazu verpflichtet, das Kfz in regelmäßigen Abständen von einer speziellen Werkstatt auf technische und andere Mängel untersuchen zu lassen. Doch was passiert, wenn die TÜV-Plakette abgelaufen ist und Betroffene mit überzogener AU- und HU-Untersuchung erwischt wurden? Dann kann es teuer werden und auch der eine oder andere Punkt in Flensburg ist nicht ausgeschlossen.

Bußgeldrechner bei Verstößen bzgl. der Hauptuntersuchung

Bußgeldtabelle: TÜV, HU- und AU-Untersuchung

Verstoß bezüglich der HUBußgeldPunkte
Überschreitung der HU-Frist um zwei bis vier Monate15 Euro
Überschreitung der HU-Frist um vier bis acht Monate25 Euro
Überschreitung der HU-Frist von mehr als acht Monaten60 Euro1 Punkt
Fahrzeug zur anfallenden Nachuntersuchung nicht rechtzeitig vorgeführt15 Euro
Anhänger oder Fahrzeug ohne die jeweilige Betriebserlaubnis auf öffentlichen Straßen in Betrieb gesetzt50 Euro
Anhänger oder Fahrzeug auf öffentlichen Straßen in Betrieb gesetzt außerhalb des Zeitraums auf dem Sonderkennzeichen50 Euro
Anhänger oder Fahrzeug nach dem Ablaufdatum des Kurzkennzeichens auf öffentlichen Straßen in Betrieb gesetzt50 Euro
Das Fahrzeug nach Ablauf der Frist auf der Prüfplakette auf einer öffentlichen Straße abgestellt40 Euro
Kurzkennzeichen an mehreren Fahrzeugen genutzt50 Euro

Wichtige Informationen zur Hauptuntersuchung

TÜV-Untersuchung

Bevor oder kurz nachdem der TÜV abgelaufen ist, sollten Kfz-Fahrer zur TÜV-Untersuchung

Um die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen und dabei die einzelnen Gefahren durch technische Mängel am Fahrzeug zu vermeiden, ist die Durchführung einer Hauptuntersuchung (kurz HU) – auch als TÜV-Prüfung an Motorrad, Auto und Co. bekannt – regelmäßig durchzuführen. Durch eine regelmäßige Durchführung der Hauptuntersuchung sollen eventuelle technische Schäden oder andere Mängel an Fahrzeugen, welche die Sicherheit im Straßenverkehr gefährden können, frühzeitig erkannt werden. Bei der Abgasuntersuchung, welche bis Ende 2009 separat zur Hauptuntersuchung stattfand, wird das Fahrzeug auf die individuelle Umweltverträglichkeit getestet. Hierbei wird das Abgasverhalten genauestens unter die Lupe genommen. Mittlerweile ist die AU jedoch fester Bestandteil der Hauptuntersuchung.

Welche Fristen gelten bei der HU für Fahrzeuge?

Leider wissen immer noch nicht alle Fahrzeughalter, wann die einzelnen Hauptuntersuchungen am Kfz durchgeführt werden müssen. Damit Betroffene keinen Bußgeldbescheid in Ihrem Briefkasten finden oder zur Gefahr für andere Fahrzeugfahrer im Straßenverkehr werden, sollten sich Personen über den nächsten fälligen Termin der TÜV-Untersuchung informieren. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Information durch die TÜV-Plakette am Fahrzeug: Auf dem Nummernschild am Heck des Wagens ist die jeweilige Plakette zu finden. Anhand dieser kann nun der nächste Termin für die Hauptuntersuchung abgelesen werden. Dabei steht die Zahl in der Mitte für das jeweilige Jahr und die senkrecht darüber befindliche Zahl für den Monat. Zu dem angegebenen Zeitpunkt sollte die Abgasuntersuchung sowie die Hauptuntersuchung am Fahrzeug spätestens durchgeführt werden, da ansonsten nach aktuellem Verkehrsrecht Bußgelder für den Halter drohen.
  2. Informationen zum Ablauf der nächsten Hauptuntersuchung durch den Fahrzeugschein: Nicht nur an der am Auto angebrachten TÜV-Plakette ist der nächste HU-Termin zu finden. Auch im Fahrzeugschein ist der Termin der nächsten TÜV-Prüfung für den Halter ersichtlich notiert.

Wonach richten sich bei der Hauptuntersuchung die Fristen?

Die Fristen hängen sowohl von der Art der Fahrzeuge als auch von ihrem Alter sowie der Fahrzeugnutzung ab. So gibt es für Lkws, Omnibusse mit Anhänger oder Taxis besondere Regelungen. Nach dem Verkehrsrecht muss ein Taxi beispielsweise einmal pro Jahr zur Untersuchung beim TÜV. Bei einem Auto wird die erste HU nach Erstzulassung hingegen erst nach drei Jahren fällig. Anschließend muss der Pkw alle 2 Jahre zum TÜV. Wichtig ist auf jeden Fall, bei der Hauptuntersuchung die Fristen ernst zu nehmen, um weder die eigene Sicherheit, noch die der anderen Verkehrsteilnehmer aufs Spiel zu setzen.

Die einzelnen Zeitintervalle laut StVO in einer Tabelle:

Fahrzeugart Zeitabstände der Hauptuntersuchung
Personenkraftwagen 24 Monate
Krafträder 24 Monate
Bei der Erstzulassung von Personenkraftwagen oder bei Pkws nach Nummer 2.2 nach Wechsel des Halters nach der Erstzulassung und Durchführung der Hauptuntersuchung innerhalb von sieben Monaten 36 Monate
Für alle weiteren Hauptuntersuchungen 24 Monate
Pkws, welche zur Personenbeförderung nach dem Personenbeförderungsgesetz oder nach §1 Nr.4 Buchstabe d, g und i der Freistellungsverordnung genutzt werden 12 Monate
Kraftfahrzeuge und Kraftomnibusse, welche über mehr als 8 Sitzplätze verfügen 12 Monate
Kraftfahrzeuge und Kraftomnibusse bei Erstzulassung in den ersten 12 Monaten 12 Monate

Was kostet der TÜV?

Überprüfung des Motors

Überprüfung des Motors wärend der TÜV-Untersuchung

Auf diese Frage gibt es keine allgemeingültige Antwort. Die TÜV-Gebühren unterscheiden sich von Werkstatt zu Werkstatt, sodass es ratsam ist, sich im Vorfeld über den günstigsten Anbieter zu erkundigen. Dies können Interessenten sowohl im Internet als auch direkt in den einzelnen Werkstätten tun. Für die Prüfung stehen Fahrzeughaltern verschiedene Unternehmen zur Verfügung, wobei DEKRA, GTÜ, TÜV Nord, TÜV Süd, FSP oder KÜS die wohl bekanntesten Stellen sind. Bei diesen belaufen sich die Kosten von HU und AU zusammen auf 80 bis 100 Euro. Die TÜV-Kosten eines Motorrads sind mit ungefähr 60 Euro (inkl. AU) etwas geringer. Um Geld zu sparen, nutzen viele Fahrzeughalter die Möglichkeit, vor der HU eine Werkstatt aufzusuchen, welche das eigene Kfz bereits im Vorfeld auf Vordermann bringt. Hier werden einzelne Mängel behoben, sodass die Hauptuntersuchung nicht zweimal durchgeführt und somit auch zwei Mal bezahlt werden muss.

Rückdatierte TÜV-Plakette?

Früher war es so, dass die Prüfplakette zurückdatiert wurde. Das bedeutet, dass auch ein Fahrzeug, welches nach Ablauf der Frist zur HU kam, mit einer Plakette ausgestattet wurde, die ab dem Ablaufdatum galt. Seit 2012 wird stattdessen die jeweilige Frist der nächsten HU ab dem Erscheinungstermin festgesetzt, an dem das Auto tatsächlich zur Untersuchung war

TÜV überiehen – Was sagt der Bußgeldkatalog?

Wer nach den Termin für den TÜV überzogen und keine Hauptuntersuchung hat durchführen lassen, wird bestraft. Der aktuelle Bußgeldkatalog sieht hier entweder ein Bußgeld oder sogar zusätzliche Punkte in Flensburg vor. Da es nach der neuen Straßenverkehrsordnung nur noch 8 Punkte bis zum Fahrverbot benötigt, ist der eine Punkt somit besonders schwerwiegend und ärgerlich zugleich. Deshalb empfiehlt es sich, den Termin für die HU des Pkws, bzw. des Motorrads oder Lkws im Kopf zu behalten und in jedem Fall wahrzunehmen.

Wer den Stichtag um zwei bis vier Monate überschreitet, bekommt nach dem neuen Bußgeldkatalog eine Verwarnung sowie ein Bußgeld von 15 Euro. Bei einer Überschreitung von vier bis acht Monaten erwartet den Fahrzeughalter bereits ein Bußgeldbescheid über 25 Euro. Wer die TÜV-Prüfung jedoch um mindestens acht Monate versäumt hat, bekommt nach aktuellem Verkehrsrecht neben einem Bußgeld von 60 Euro einen Punkt in Flensburg.

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