Umweltplakette und Umweltzone

Eine Umweltplakette, auch Feinstaubplakette genannt, müssen Sie an der Windschutzscheibe des Kfz anbringen, bevor Sie eine Umweltzone befahren. Der Grund dafür liegt im Umwelt- und Gesundheitsschutz: Die Feinstaub-Emissionen in Innenstädten sollen auf einem niedrigen Niveau gehalten werden. Doch welche Umweltplakette bekommt mein Auto? Ist Fahren ohne Umweltplakette in den etwa 50 Umweltzonen in Deutschland strafbar?

Bußgeldtabelle Umweltplakette und Umweltzone

VergehenBußgeld in EuroPunkteFahrverbot
Beim Fahren vermeidbaren Lärm erzeugt10nein
Beim Fahren vermeidbare Abgasbelästigung erzeugt10nein
Unnützes Hin- und Herfahren in geschlossener Ortschaft20nein
Fahren ohne Umweltplakette in Umweltzone80nein
Kfz gefahren, dessen Betriebserlaubnis erloschen war. Eine Beeinträchtigung der Umwelt lag vor90nein

Vorschriften zur Umweltplakette

In Umweltzonen ist die grüne Plakette Pflicht

In Umweltzonen ist die grüne Plakette Pflicht

In etwa 50 deutschen Städten gibt es inzwischen Umweltzonen. Die neuesten beiden bestehen seit dem 1. Januar 2015 – Siegen und Offenbach. Der Gesetzgeber richtet dort Umweltzonen ein, wo im vergangen Jahr die Grenzwerte zur Feinstaubbelastung der Luft mehr als 35 Mal überschritten wurde. Gekennzeichnet werden die Umweltzonen durch ein entsprechendes Verkehrszeichen.

Seit Januar 2010 dürfen die Umweltzonen nur noch von Fahrzeugen mit einer grünen Umweltplakette (auch Feinstaubplakette oder grüne Plakette genannt) befahren werden. Beim Befahren der Umweltzone ohne grüne Umweltplakette – mancherorts genügt auch die gelbe Plakette – fällt laut Bußgeldtabelle ein Bußgeld von 80 Euro an. In 48 der bestehenden 50 deutschen Umweltzonen ist das Befahren ausschließlich mit einer grünen Plakette erlaubt. Für andere Fahrzeuge gilt dort ein Fahrverbot!

Autofahrer müssen selbstständig ihre Umweltplakette kaufen. Diese kostet etwa fünf bis zehn Euro und ist beispielsweise in TÜV-Werkstätten erhältlich. Auch direkt bei der Kfz-Zulassungsbehörde ist der Erwerb möglich. Die Bestellung online ist zwar bequem, aber private Anbieter verlangen oft höhere Preise als die Zulassungsbehörde. Um die Umweltplakette zu beantragen, müssen Sie nicht Ihr Fahrzeug vorführen, es genügt die Vorlage der Zulassungsbescheinigung.

Welche Umweltplakette bekommt mein Auto?

Welche Fahrzeuge welche Umweltplakette bekommen, das ist eine komplizierte Angelegenheit, jedoch wird man bei der Bestellung ihrer Feinstaubplakette die passende Umweltplakette ermitteln. Für die Ermittlung Ihrer Schadstoffgruppe ist die sogenannte Emissionsschlüsselnummer maßgeblich, welche Sie in der Zulassungsbescheinigung finden. Die grüne Umweltplakette erhalten Sie, wenn Ihr Auto aufgrund seiner Bauweise nur wenig Feinstaub und Stickoxide ausstößt:  Wenn der Schadstoffaustoß sich im Rahmen eines durch EU-Richtlinie und Verkehrsrecht festgelegten Ausmaßes bewegt und somit in Schadstoffgruppe 4 fällt, kann das Auto die grüne Plakette erhalten und damit auch Umweltzonen befahren.

Ein Verkehrszeichen kennzeichnet die Umweltzone

Ein Verkehrszeichen kennzeichnet die Umweltzone

Ältere Fahrzeuge aus einer schlechteren Schadstoffgruppe können oft durch das Aufrüsten des Wagens mit einem Rußpartikel-Filter in eine vorteilhaftere Schadstoffgruppe gestuft werden. Dieser filtert die Emissionen des Autos, worauf weniger Feinstaub nach außen gelangt. Dies ist gut für die Umwelt und die Gesundheit der Anwohner: Studien haben ergeben, dass durch die Belastung der Luft mit Feinstaub Anwohner an Hauptverkehrsstraßen in Deutschland durchschnittlich ein Jahr früher sterben.

Haben Sie einmal eine Feinstaubplakette erhalten, ist diese unbefristet gültig. Sie sind lediglich verpflichtet, stets die gute Erkennbarkeit der Farbe und Lesbarkeit der Plakette zu gewährleisten, weswegen eine Erneuerung der Umweltplakette ab und zu notwendig ist.

Wie gefährlich ist Feinstaub?

Dieselruß und Stickoxide werden meistens unter dem Begriff „Feinstaub“ zusammengefasst. Gelangen diese Partikel in die Atemluft, so erhöht sich das Krebsrisiko. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, in den Innenstädten die Belastung mit diesen Substanzen so gering wie möglich zu halten.

Durch die Etablierung von den Umweltzonen werden die Autofahrer dazu angehalten, ihre Fahrzeuge aufzurüsten. So reduziert man die Feinstaubkonzentration in der Atemluft. Da Feinstaub außerdem zur Klimaerwärmung beiträgt, ist auch zum Zwecke des Umweltschutzes eine Reduktion der schädlichen Abgase angebracht.

Ausnahmeregelungen zur Umweltplakette

Nicht alle Fahrzeuge benötigen eine Feinstaubplakette. In Umweltzonen ohne Umweltplakette fahren dürfen laut Verkehrsrecht folgende Gruppen:

  • Oldtimer, sofern diese über ein H-Kennzeichen verfügen
  • Oldtimer mit rotem 07er Wechselkennzeichen
  • Schwerbehinderte müssen als Ersatz zu Umweltplakette ihren Schwerbehindertenausweis mitführen
  • Diplomaten und Angestelle humanitärer Organisationen
  • Krankenwagen
  • Motorräder (zwei- und dreirädige Kraftfahrzeuge benötigen generell keine Umweltplakette)
  • Arbeitsmaschinen
  • Sie dürfen in der Umweltzone ohne Umweltplakette fahren, wenn eine Ausnahmegenehmigung vorliegt

Ausnahmegenehmigung für das Fahren ohne Umweltplakette

Eine Umweltplakette

Eine Umweltplakette

Ob eine Ausnahmegenehmigung erteilt wird, das wird in der Zulassungsbehörde der jeweiligen Umweltzone entschieden. Mancherorts können beispielsweise Fahrer eines nicht-aufrüstbaren Diesels auch ohne die grüne Plakette fahren. Sie behalten dann ihre gelbe Plakette. Um ein Bußgeld zu vermeiden, muss aber die entsprechende Ausnahmegenehmigung vorliegen und bei einer Verkehrskontrolle vorgelegt werden.

Da die Ausnahmen nicht für alle Umweltzonen gleichermaßen gelten, müssen Autofahrer sich vor dem Befahren einer anderen Umweltzone über die besonderen Vorschriften dort informieren und gegebenenfalls auf eine Autofahrt dort verzichten. Da die Umweltzone unabhängig von der Tageszeit oder der aktuellen Schadstoffbelastung gilt, gibt es hier keine Ausnahmen. Fahrzeuge, die keine grüne Feinstaubplakette besitzen, dürfen die Umweltzone grundsätzlich nicht befahren –  ein Bußgeld droht bei Missachtung. Erst seit einigen Monaten bekommen Autofahrer jedoch keine Punkte mehr, wenn Sie ohne Umweltplakette in einer Stadt mit Umweltzone unterwegs sind.

Für ausländische Fahrzeuge gibt es ebenfalls keine Ausnahmegenehmigung. Auch sie müssen mit einer Feinstaubplakette ausgestattet sein, wenn sie eine Umweltzone befahren. Vor einer Fahrt in eine deutsche Umweltzone kann die passende Umweltplakette nach Übermittlung der Daten zum Fahrzeug auch online bestellt werden, so dass die grüne Plakette rechtzeitig bereitsteht.

Durch Aufrüstung bessere Schadstoffgruppe

Falls die Zulassungsbehörde Ihnen lediglich eine gelbe Plakette zugewiesen hat, dürfen Sie mit Ihrem Auto viele deutsche Innenstädte nicht befahren. Sie würden dann einen Bußgeldbescheid riskieren. Da in den kommenden Jahren sicher noch einige weitere Umweltzonen eingerichtet werden, ist die Aufrüstung eines Autos mit gelber Plakette oftmals zu empfehlen und auch meistens möglich. Ein Partikelfilter kann 30 bis 60 % der Emissionen vermeiden, worauf Ihr Auto möglicherweise in Schadstoffklasse 4 gestuft wird und somit die grüne Plakette erhält.

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