Bußgeldkatalog Unfall

Bußgeldtabelle 2017: Unfall

Fehlverhalten / TatbestandBußgeldPunkteFahrverbot
Das Fahrzeug wurde nicht ordnungsgemäß abgesichert und als Hindernis gekennzeichnet30 Euro
Als Beteiligter des Unfalls haben Sie den Verkehr nicht gesichert oder sind zur Seite gefahren30 Euro
… dabei ist ein Sachschaden entstanden35 Euro
Sie haben vor dem Eintreffen der Polizei Unfallspuren entfernt30 Euro
Sie haben sich unerlaubt vom Unfallort nach § 142 StGB entfernt / Fahrerflucht begangenje nach Schaden3 Punkte mögliche Sanktionen nach StGB: Fahrverbot und Führerscheinentzug
Unterlassene Hilfeleistung je nach Schaden3 Punkte mögliche Sanktionen nach StGB: Fahrverbot und Führerscheinentzug

Wissenswertes und Ratgeber zu Unfällen im Straßenverkehr

Jeden Tag entstehen viele Verkehrsunfälle auf den Straßen, dabei handelt es sich eher häufiger um geringere Schäden an einem Auto, wie kleinere Blechschäden oder Kratzer. Allerdings gibt es auch größere Unfälle, dazu gehören zum Beispiel  Auffahrunfälle und Unfälle auf der Autobahn. Auch Fahrradunfälle und Motorradunfälle können böse enden. In solchen Situationen sollte zunächst Ruhe bewahrt werden und die Abfolge von Tätigkeiten gekannt werden, welche in diesen Situationen auszuführen sind.

Ein schwerer Unfall: Gut zu wissen was im Nachhinein zu tun ist

Ein schwerer Unfall: Gut zu wissen was im Nachhinein zu tun ist

Daher ist es vonnöten gerade nach einem Unfall zu wissen, was zu tun ist. Diese Frage wird im Folgenden beantwortet. Zusätzliche, hilfreiche Tipps zur Unfallabsicherung und Unfallhilfe sowie Erklärungen zu den drohenden Strafen nach einer Fahrerflucht bekommen Sie ebenfalls. Dazu dienen die geeigneten Ratschläge und Richtlinien zum aktuellen Bußgeldkatalog im Bereich Unfall.

Unfall und die Rolle der Polizei

Bei einem Verkehrsunfall ist es immer ratsam die Polizei zu benachrichtigen, da diese den Unfallort begutachtet, die Aussagen aufnimmt, ggf. weitere Zeugen befragt und vor allem weitere Hilfe leisten kann. Verletzte Personen und Verkehrsbehinderungen sind eine häufige Folge von Verkehrsunfällen, an denen mehrere Fahrzeuge und Fahrer beteiligt waren. Gerade in diesen Fällen kann die Polizei den Unfallort abriegeln und die Verkehrslage koordinieren. Sie sollten sich dagegen niemals von anderen Unfallbeteiligten oder Zeugen dazu beeinflussen lassen, es zu vermeiden die Polizei hinzuzuziehen. Dies kann schwerwiegende Folgen haben, wenn eine Straftat vorliegt. Gerade wenn diese von einem selbst meist nach dem Schreck des Verkehrsunfalls nicht zwangsläufig richtig beurteilt wird. Die Polizei kann jedoch in solch schwierigen Situationen am besten einschätzen, wie weiter zu verfahren ist.

Nach Ankunft der Polizei wird der Unfallverursacher ermittelt und gegen diesen ein Bußgeld- und Strafverfahren veranlasst, an dem nachfolgendem Prozess für den Schadensersatz ist die Polizei nicht weiter beteiligt. Bei einem schweren Vergehen wie bspw. Trunkenheit am Steuer wird ein Strafverfahren eingeleitet. Sofern keinen der an dem Unfall beteiligten Verkehrsteilnehmer eine Schuld trifft, werden die Ermittlungen nicht weiter verfolgt. Diese Unfälle ohne Strafe und Bußgeld sind:

  • Unfälle bei einem Wildwechsel, trotz einer vorsichtigen und vorausschauenden Fahrweise
  • Unfälle verursacht durch ein plötzlich auf die Straße rennenden Kind, dessen Auftauchen keineswegs ersichtlich war, jedoch ist dies abhängig vom Fall und kann auch vor Gericht im Einzelfall anders entschieden werden
  • Unfälle durch eine Ölspur auf der Fahrbahn, wodurch das Fahrzeug ins Rutschen gekommen ist

Nach einem Unfall: Fahrerflucht und die Strafen dafür

Im besonderen Fall einer Fahrerflucht nach einem Verkehrsunfall ist es von Vorteil zu wissen, was einem für Strafen drohen. Denn sobald beim Ausparken oder Vorbeifahren eines anderen Kraftfahrzeug, dieses dabei angerempelt und wenn auch nur minimal beschädigt wird, gilt sofern nicht gehalten und der Besitzer des Fahrzeuges oder die Polizei benachrichtigt wird beim Weiterfahren als Fahrerflucht und somit Straftat. Opfer der Unfallflucht benötigen ebenfalls gewisse Informationen zum Verursacher. Das unerlaubte Entfernen vom Unfallort, ohne angemessene Wartezeit und die Möglichkeit von der Polizei oder von der betreffenden Person die Personalien aufgenommen zu bekommen, gilt als ein Tatbestand und wird mit einer Geldstrafe, Punkten in Flensburg und je nach Fall auch mit Führerscheinentzug geahndet.

Die Strafen zur Fahrerflucht sehen laut Bußgeldkatalog und Bußgeldrechner folgendermaßen aus:

    • Beim unerlaubten Entfernen vom Unfallort ( nach § 142 StGB) werden 3 Punkte in Flensburg eingetragen, je nach Fall spielt auch die Schadenshöhe eine Rolle
    • Wenn der Schaden weniger als 600 € beträgt, wird das Verfahren meist gegen eingestellt, jedoch muss ein Betrag (Geldauflage) gezahlt werden
    • Wenn der Schaden bis 1.200 € hoch ist, gibt es dementsprechend auch ein höheres Strafmaß. Dies kann auf eine deftige Geldstrafe im Wert eines Monatsgehaltes belaufen, zudem 3 Punkte in Flensburg notiert werden und 3 Monate Fahrverbot erteilt werden
    • Wenn der Schaden einen Wert von über 1.200 € erreicht, so muss ein Bußgeld von mehreren Tausend Euro gezahlt werden, es werden 3 Punkte eingetragen und ein Führerscheinentzug von 6 Monaten wird veranlasst
    • Wenn man sich innerhalb von 24 Stunden bei der Polizei nach der Tat meldet, kann es Strafmildernde Umstände geben. Allerdings trifft dies nur dann zu wenn zum einen kein Mensch bei dem Autounfall bzw. Verkehrsunfall verletzt wurde und die Schadenshöhe von 1.200€ nicht überstiegen wurde
    • In dem ernsten Fall, dass bei der Fahrerflucht eine Person verletzt wurde, droht dem Täter sehr wahrscheinlich eine Haftstrafe, da es sich hierbei zudem noch um unterlassene Hilfeleistung handelt
    • Bei der Unfallflucht zahlt auch die Versicherung nicht den gesamten Schaden.
Je nach Unfallverschulden und Gefährdung von Personen kann eine hohe Geldstrafe entstehen

Je nach Unfallverschulden und Gefährdung von Personen kann eine hohe Geldstrafe entstehen

Tipps für die Opfer eines Unfalls mit Fahrerflucht

Als wäre die Situation bei einem Unfall nicht schon unangenehm genug, kommt im schlimmsten Fall noch hinzu, dass der Unfallverursacher nach der Tat verschwindet. Sollte ein Geschädigter allein da stehen und nun unsicher sein, was zu tun ist, um versorgt und entschädigt zu werden, gibt es ein paar Möglichkeiten die Hilfe versprechen:

  1. Wurde das Kennzeichen des Unfallflüchtigen notiert, kann dieser beim Zentralruf der Versicherer (Tel.: 0800-2502600) ermittelt werden. Der Schadensersatz kann unter den Versicherungen geklärt werden. Nichtsdestotrotz muss der Schädiger sich wegen der Fahrerflucht auch weiterhin verantworten.
  2. Die Verkehrsopferhilfe kann auch Betroffene eines Unfalls mit Fahrerflucht unterstützen. Dies ist ein gemeinnütziger Verein, der Opfern bei dem Schadenersatz hilft.
  3. Sofern der Fahrerflüchtige nicht auffindbar ist und der Unfall auf einer öffentlichen Straße im Verkehr stattfand – hier gelten nur Schäden durch Kfz-Fahrer, nicht durch Fußgänger oder Radfahrer – tritt das Pflichtversicherungsgesetz in Kraft.
  4. Es ist von Vorteil ist es ein Sachverständiger hinzuzuziehen um ein Schadensgutachten zu erstellen, damit der Unfallschaden begutachtet wird und das Fremdverschulden geklärt werden kann.

Unfall: Nützliche Ratschläge und Maßnahmen für die Unfallhilfe

Eine Absicherung vom Unfall sichert den weiteren Verkehr

Eine Absicherung vom Unfall sichert den weiteren Verkehr

Die oberste Regel bei einem Unfall ist es zu helfen. Dabei ist es egal, ob man beteiligt ist oder ausschließlich ein Zeuge ist. Andernfalls gilt dies als unterlassene Hilfeleistung. Zunächst muss vor Ort eine Unfallsicherung bzw. Unfallabsicherung durchgeführt werden. Hierbei ist zu beachten, dass die helfende Person sich im Verlauf dessen nicht selbst in Gefahr bringt. Daher sollte die Warnblinkanlage aktiviert sein, das Warndreieck mit ausreichend Abstand aufgestellt werden und im besten Fall dabei eine Warnweste getragen werden. Wenn bei Verkehrsunfällen Menschen verletzt wurden, ob schwer Verletzte betroffen sind oder nur minimal, ist dabei gleich. In jedem Fall muss der Rettungsdienst gerufen (Notrufnummer 112) und danach die Polizei verständigt werden (Rufnummer 110).

Nach einem Unfall: Erste Hilfe zu leisten kann Leben retten

Autofahrer sind in der Pflicht, stets einen Verbandskasten / Erste-Hilfe-Kasten mitzuführen und nach der Verständigung der Rettungskräfte umgehend Erste-Hilfe umgehend zu leisten. Sind Sie sich auch unsicher oder wie gelähmt nach einem Verkehrsunfall, müssen Sie den verletzten Personen unbedingt helfen. Um dieser Sorge vorzubeugen, ist eine Auffrischung eines Erste-Hilfe-Kurses empfehlenswert. Diese Seminare werden vom Roten Kreuz und weiteren Hilfsorganisationen wie den Johannitern und Maltesern angeboten.

Strafen bei unterlassener Hilfeleistung

Nach dem Strafgesetzbuch (StGB, da unterlassene Hilfeleistung eine Straftat und nicht mehr Ordnungswidrigkeit ist) sieht der Bußgeldkatalog bei dem Fehlverhalten nach einem Unfall, wie der unterlassenen Hilfeleistung, eine Strafe von 3 eingetragenen Punkten in Flensburg vor. Zudem kann noch zusätzlich eine hohe Geldstrafe erfolgen, wie auch eine Haftstrafe von bis zu 1 Jahr.

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