Zu schnelles Fahren – wann droht ein Fahrverbot?

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Geschwindigkeitsüberschreitung und Fahrverbot

Es hat “Blitz” gemacht und der besorgte Blick geht sofort zum Tacho. War ich noch in dem Bereich unterwegs, dass ich mit einem „blauen Auge“ davon komme oder ist der Führerschein für den Straßenverkehr weg? Welche Geschwindigkeitsüberschreitung führt in Deutschland zum Fahrverbot und für wie lange?

Fahrverbot: Geschwindigkeitsüberschreitung außerhalb geschlossener Ortschaften

Bei einem Fahrverbot muss der Führerschein ein bis drei Monate abgegeben werden

Bei einem Fahrverbot muss der Führerschein ein bis drei Monate abgegeben werden

Nach dem aktuellen Bußgeldkatalog droht der Führerscheinentzug außerhalb geschlossener Ortschaften ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 41 km/h und mehr. So wird die Fahrerlaubnis bei einer Überschreitung von 41 – 50 Km/h für einen Monat entzogen. Noch dazu gibt es 2 Punkte in Flensburg.

Ebenfalls einen Monat ist der Führerschein weg und zwei Punkte werden eingetragen bei 51 – 60 km/h zu schnell über Land. Zwei Monate weg ist der Führerschein für all jene, die bis zu 70 km/h zu schnell waren, zusätzlich gibt es 2 Punkte.

Können Sie das Fahrverbot…:

Fahrverbot…

Wer 70 km/h und schneller am Blitzer außerhalb einer Ortschaft vorbeigerauscht ist, kann mit 3 Monaten und 2 Punkten rechnen.

Fahrverbot: Geschwindigkeitsüberschreitung innerhalb geschlossener Ortschaften

Wer in einem Ort geblitzt wird, muss im Vergleich zur Geschwindigkeitsübertretung außerhalb mit drastischeren Strafen rechnen. So gibt es für 31 – 40 km/h zu schnell einen Monat Führerscheinentzug (2 Punkte), genauso wie bei 41 – 50 km/h (2 Punkte).

2 Monate das Auto – oder Motorrad –  stehen lassen darf, wer bis zu 60 km/h zu schnell war, 2 Punkte in Flensburg inklusive. Alle Geschwindigkeitsvergehen darüber hinaus werden mit einem Fahrverbot von 3 Monaten geahndet. Die Punktezahl erhöht sich hierbei nicht.

Sonderfall Sichtweite

Laut der Straßenverkehrsordnung StVO ist bei schlechter Sicht von weniger als 50 m durch Regen, Nebel und Schneefall eine Geschwindigkeitsanpassung vorgeschrieben. Dann sind nicht mehr als 50 km/h erlaubt.

Wer dies überschreitet und geblitzt wird, muss mit Bußgeldern, Punkten und eventuell mit dem Entzug der Fahrerlaubnis rechnen. Ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 21 – 25 km/h in Ortschaften, oder 26 – 30 km/h außerhalb, ist bei eingeschränkter Sichtweite mit einem Monat Führerscheinentzug zu rechnen. Dies steigert sich ab 41 km/h zu viel innerorts und ab 51 km/h außerorts auf bis zu 3 Monate Fahrverbot.

Achtung: Wurde man übrigens zwei Mal innerhalb eines Jahres mit 26 km/h und mehr geblitzt, dann kann auch der Führerschein weg sein. Selbst wenn die einzelne Überschreitung nicht zum Führerscheinentzug führen würde.

Wie kann ich das Fahrverbot umgehen?

Wer das Fahrverbot umgehen will, muss mehr Geld zahlen

Wer das Fahrverbot umgehen will, muss mehr Geld zahlen

Das Fahrverbot darf keinesfalls mit dem Führerscheinentzug verwechselt werden. Fahrverbote stellen nur einen zeitlich begrenzten Rahmen dar, in der der Fahrer eines Fahrzeugs seinen Führerschein abgeben muss.

Nach der angeordneten Zeit erlangt er das Dokument von der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde zurück.

Ein Führerscheinentzug hingegen meint damit die gänzliche Entziehung. Der Führerschein bzw. die Fahrerlaubnis muss der Fahrer wieder neu beantragen. Dies darf aber erst nach einer angeordneten Sperrfrist geschehen, die mindestens sechs Monate beträgt.

Nach einer Geschwindigkeitsüberschreitung oder dem Überfahren einer roten Ampel kann es, wie bereits erwähnt, zu einem Fahrverbot kommen. Wer dieses umgehen will, hat mehrere Möglichkeiten. In erster Linie ist ein Rechtsanwalt ratsam, der gemeinsam mit seinem Mandanten eine gezielte Argumentation vor Gericht ausarbeiten kann.

Fahrverbot abwenden: Ersttäter vs. Wiederholungstäter

Um das Fahrverbot zu umgehen, ist es wichtig zu wissen, ob Sie Erst- oder Wiederholungstäter sind. Hierbei gibt es große Unterschiede in puncto Antrittstermin der Fahrverbote bzw. Umgehung.

Wer in den letzten zwei Jahren kein Fahrverbot verordnet bekam, ist ein Ersttäter. Hier gelten gesonderte Regelungen.

Oftmals hört man von der Möglichkeit, das Fahrverbot zu verschieben. Ersttäter haben die Möglichkeit dazu. Wird das Urteil des Fahrverbotes rechtskräftig, kann sich der Fahrer in den nächsten vier Monaten einen Zeitraum aussuchen, in dem er das Fahrverbot absitzen will.

Wiederholungstäter können das Fahrverbot nicht verschieben. Für Sie gilt der Tag, an dem das Fahrverbot rechtskräftig wird.

So laufen Fahrverbote ab

Zuerst erhalten Sie den Bußgeldbescheid per Post. Nach dem Erhalt hat der Betroffene zwei Wochen Zeit, um Einspruch dagegen einzulegen. Tut er dies nicht, werden das Bußgeld und weitere Strafen wie etwa das Fahrverbot rechtskräftig.

Beispiel: Der Wiederholungstäter A erhält den Bußgeldbescheid am Montag, 8. Juni. A hat nun bis zum Montag, 22. Juni, 24 Uhr Zeit, um Einspruch einzulegen. Er legt keinen Widerspruch ein. Am Dienstag, 23. Juni wiederum muss A den Führerschein bei der Behörde abgeben, die den Bußgeldbescheid verschickt hat. Wurde gegen ihn ein einmonatiges Fahrverbot verhängt, kann A seinen Führerschein am 22. Juli abholen, also immer einen Tag vor dem vollen Monat.

Wäre A aus unserem Beispiel aber ein Ersttäter, kann er das Fahrverbot verschieben und den Führerschein erst in den nächsten vier Monaten abgeben. Dabei empfiehlt es sich, dies persönlich zu tun und den Erhalt quittieren zu lassen.

Sie können den Führerschein auch per Post verschicken (dabei gilt der Tag, an dem die Behörde das Dokument erhielt als Startdatum!), dazu wird aber von vielen Experten abgeraten.

Oftmals liest man davon, das Fahrverbot aufteilen zu können. Dies ist jedoch ein Irrtum. Es muss an einem Stück „abgesessen“ werden.

Geldstrafe statt Fahrverbot?

Fahrer reden häufig umgangssprachlich vom Fahrverbot freikaufen oder umwandeln. So wird das Verfahren genannt, das Fahrverbot vor Gericht in eine höhere Geldstrafe zu wandeln. Das Fahrverbot abwenden, können Sie jedoch nur unter bestimmten Umständen. Es ist nicht immer möglich. Hierbei können jedoch keine pauschalen Aussagen gemacht werden. Jeder Fall ist unterschiedlich, weshalb ein Rechtsanwalt ratsam sein kann.

Er kennt die verschiedenen Urteile und weiß, wie die Erfolgschancen in Ihrem individuellen Fall sind, um das Fahrverbot umgehen zu können. Sollte ein Fahrer mit Alkohol oder Drogen am Steuer erwischt worden sein, ist der Betroffene schon öfter im Straßenverkehr aufgefallen oder besitzt er Punkte in Flensburg, sinken die Chancen, das Fahrverbot abwenden zu können.

Fahren trotz Fahrverbot ist keine Alternative. Laut Straßenverkehrsgesetz ist das Fahren ohne Fahrerlaubnis eine Straftat, weshalb sie mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe geahndet wird. Zudem ist auch der Fahrzeugentzug im Falle vom Fahren trotz Fahrverbot möglich.

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{ 2 Kommentare… add one }
  • Otto Mai 22, 2017, 8:32 pm

    Lässt sich die Bußgeldstelle bei einem einmonatigen Fahrverbot auch auf mehrere Monate Fahrverbot und dafür weniger Geldbuße ein?
    Darf man mit seinem eigenen KFZ noch zur Bußgeldstelle fahren und den Führerschein abgeben und dann noch wieder mit dem KFZ nach Hause fahren. Und wenn das Fahrverbot rum ist zum abholen mit eigenem KFZ hin?

    • geschwindigkeitsueberschreitung.net Mai 24, 2017, 8:21 am

      Hallo Otto,
      die Umwandlung eines Bußgeldes in ein Fahrverbot besteht unseres Wissens nicht. Geben Sie den Führerschein wegen eines Fahrverbotes ab, dürfen Sie anschließend mit einem Kfz nicht mehr nach Hause fahren. Ist das Fahrverbot allerdings vollständig verbüßt, können Sie das Dokument allerdings mit dem Auto abholen. Werden Sie dabei von der Polizei kontrolliert, kann aber unter Umständen ein Verwarngeld drohen.

      Ihr Team von Geschwindigkeitsueberschreitung.net

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