Verkehrsüberwachung: Welche Behörde überwacht den Straßenverkehr?

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Die Verkehrsüberwachung übernimmt die Polizei oder das Ordnungsamt.

Die Verkehrsüberwachung übernimmt die Polizei oder das Ordnungsamt.

Im Straßenverkehr begehen die Verkehrsteilnehmer eine Ordnungswidrigkeit mit Abstand am häufigsten: eine Geschwindigkeitsüberschreitung. Dabei erhalten Männer deutlich mehr Bußgeldbescheide wegen überhöhter Geschwindigkeit.

Verstöße dieser Art werden in Deutschland durch die sogenannte Verkehrsüberwachung (VÜ) aufgedeckt.

Wir erklären Ihnen in diesem Ratgeber, was es damit auf sich hat und in welchen Fällen das Ordnungsamt für die Verkehrsüberwachung zuständig ist.

Welche Kontrollmechanismen gibt es?

Die Verkehrsüberwachung führt üblicherweise die Polizei oder eine andere Verkehrsbehörde durch. Im Wesentlichen umfasst diese Kontrolle folgende Punkte:

  • Verfolgung von Ordnungswidrigkeiten und Straftaten
  • Gefahrenabwehr; Verhinderung von Unfällen
  • Beobachtung des Verkehrsflusses mittels Videoüberwachung, z. B. zur Stauvermeidung

Generell dient die Verkehrsüberwachung der Verkehrssicherheit, daher kann sie präventiv (vorbeugend) und repressiv (abschreckend) erfolgen. In erster Linie werden mit der Verkehrsüberwachung Abstands- und Geschwindigkeitsmessungen in Verbindung gebracht. Hierfür kommen verschiedene Systeme zum Einsatz wie Verkehrsradar, Piezosensoren oder Lichtschranken. Doch auch Verkehrskontrollen fallen unter die Verkehrsüberwachung.

Durchgeführt wird die Überwachung von der Verkehrspolizei der Kommunen. Hierauf gehen wir allerdings im weiteren Verlauf noch einmal ein.

Mobile vs. stationäre Verkehrsüberwachung: Wann kommt was zum Einsatz?

Da die Straßenverkehrsordnung eine Reihe an Regeln festlegt, wie sich Teilnehmer des Verkehrs verhalten sollen, steigert es natürlich die Verkehrssicherheit, wenn diese auch auf die Einhaltung überprüft werden. Üblicherweise kommt dafür entweder eine mobile oder eine stationäre Verkehrsüberwachung zum Einsatz.

Kommunale Überwachung: Ruhender Verkehr steht unter der Beobachtung des Ordnungsamtes.

Kommunale Überwachung: Ruhender Verkehr steht unter der Beobachtung des Ordnungsamtes.

Auf welche Methode die Beamten zurückgreifen, hängt maßgeblich vom Einsatzort ab. Der Vorteil von mobilen Geräten liegt auf der Hand:

Sie können situationsabhängig aufgestellt werden. Das bedeutet, dass sich die Autofahrer nicht darauf einstellen können.

Dies ist häufig bei der stationären Verkehrsüberwachung zu beobachten. In den ersten Wochen und Monaten spülen diese Geräte noch viele Bußgelder in die Kasse, bis sich der Blitzer rumgesprochen hat.

Sind Warnungen vor der Verkehrsüberwachung zulässig? Während Radarwarner, die gleichzeitig den Blitzer stören, tabu sind, sieht dies mit der Blitzer-App anders aus. Nutzen Sie diese nicht während der Fahrt, sondern überprüfen auf einem Parkplatz die Lage, ist dies legal.

Soll nun der fließende Verkehr kontrolliert werden, sind häufig stationäre Anlagen das Mittel der Wahl, um bekannte Unfallschwerpunkte zu entschärfen. Hier kommen dann neben den Radaranlagen, beispielsweise auch Lichtschranken und Induktionsschleifen zum Einsatz.

Darüber hinaus kann der fließende Verkehr auch mobil überwacht werden. Hier greifen die Beamten dann auf Laser-Pistolen oder eben eine Verkehrskontrolle zurück. Auch mobile Abstandsmessungen bietet das Repertoire. Die Beamten halten die Verkehrssünder dann häufig noch an Ort und Stelle an. Meist können Sie das geforderte Bußgeld sofort bezahlen.

Möchten Sie das Bußgeld nicht sofort bezahlen oder halten es für ungerechtfertigt, geht Ihnen nach wenigen Wochen ein Bußgeldbescheid zu. Das Bußgeld ist dann binnen zwei Wochen zu zahlen. Alternativ können Sie in der gleichen Frist Einspruch einlegen

Kontrolle: Ruhender Verkehr wird von der Kommune überwacht

Soll hingegen die Überwachung des ruhenden Verkehrs durchgeführt werden, ist hierfür meist nicht die Polizei zuständig, sondern die Kommune. Verstöße im ruhenden Verkehr sind beispielsweise Halte- und Parkverstöße.

Die kommunale Verkehrsüberwachung (KVÜ) übernimmt das Ordnungsamt. Im ruhenden Verkehr spricht dieses häufig nur Verwarnungen aus, da die Ordnungswidrigkeiten als „leicht“ eingestuft werden.

Diese Verwarnung finden Sie dann häufig unter dem Scheibenwischer an der Windschutzscheibe, auch als Knöllchen oder Strafzettel bekannt.

Im Unterschied zu einer schwereren Ordnungswidrigkeit, leitet die Behörde bei einer Verwarnung erst einmal kein Bußgeldverfahren ein. Zahlen Sie innerhalb der einwöchigen Frist, ist die Sache vom Tisch. Ansonsten geht Ihnen ein Bußgeldbescheid zu und das Verfahren wurde eröffnet.

Was ist eine automatische Verkehrsüberwachung?

Neben der stationären und mobilen Verkehrsüberwachung findet auch eine weitere Methode immer mehr Nutzung: die automatische Verkehrsüberwachung.

Hierfür kommt eine Verkehrsüberwachungskamera zum Einsatz. Diese filmt den Verkehrsfluss und kann diesen beispielsweise automatisch steuern, indem bei hohem Verkehrsaufkommen eine weitere Fahrspur freigegeben wird.

Auch Laserpistolen kommen bei der Verkehrsüberwachung zum Einsatz.

Auch Laserpistolen kommen bei der Verkehrsüberwachung zum Einsatz.

Aber auch an Kreuzungen sind die Kameras zu finden. Hier beeinflussen sie die Ampelschaltung. Darüber hinaus können Ampelverstöße  aufgedeckt werden, wenn ein Ampel-Blitzer ausgelöst hat.

Mit einer Verkehrsüberwachungskamera können aber beispielsweise auch Geschwindigkeitsübertretungen festgehalten werden. So kommt beim Section Control eine Kamera zum Einsatz, die eine bestimmte Strecke filmt.

Das Gerät ermittelt dann eine Durchschnittsgeschwindigkeit. Liegt dann ein Verstoß vor, löst automatisch eine weitere Kamera aus, die ein Foto von dem betreffenden Auto und dem Fahrer schießt.

Geschwindigkeitsmessung: Übersicht der Blitzer und Messgeräte

Ob Starenkasten oder mobiler Blitzer – geht Ihnen ein Bußgeldbescheid zu, ist dies ärgerlich. Unter Umständen droht nicht nur das Bußgeld, sondern auch ein Fahrverbot oder Punkte. Die Geräte lassen sich verschiedenen Methoden und Techniken zuordnen:

Mobile Verkehrsüberwachung:

  • Radargeräte (z. B. Multanova 6F Digital)
  • Lasermessgeräte (z. B. Laser Patrol)
  • Lichtschrankensysteme (z. B. ESO ES 3.0)
  • Videoaufzeichnungen aus einem fahrenden Auto (z. B. Police-Pilot-System)

Stationäre Überwachung:

  • Kamera (z. B. Section Control)
  • Lasermessgeräte (z. B. PoliScan Speed)

Ist private Verkehrsüberwachung zulässig?

Private Verkehrsüberwachung ist nur ein einem begrenzten Rahmen zulässig.

Private Verkehrsüberwachung ist nur ein einem begrenzten Rahmen zulässig.

Ob private Verkehrsüberwachung erlaubt ist, hängt maßgeblich von der Art und Weise der Kontrolle ab. Beauftragen Kommunen private Firmen mit der Wartung und Dokumentation ihrer Blitzer und Kameras, ist dies erlaubt, sofern dies den Regelungen des Bundeslandes entspricht. Den Unternehmen steht es allerdings nicht zu, die Daten auszuwerten. Dies muss die zuständige Behörde übernehmen.

Dahingegen sieht es mit der Verkehrsüberwachung, welche Privatpersonen durchführen schon anders auf. Stellen Sie beispielsweise eine Blitzer-Attrappe an den Straßenrand, die einem Blitzer zum Verwechseln ähnlich sieht, ist dies unzulässig.

Diese Attrappen sind nur erlaubt, wenn Sie auf Ihrem Grundstück stehen und keine Verwechselungsgefahr besteht. Zudem darf die Attrappe die Autofahrer nicht ablenken.

Auch die Meldung von Staus oder Blitzern an einen Radiosender können als private Verkehrsüberwachung ausgelegt werden. Hier brauchen Sie allerdings keine Sorge vor Konsequenzen zu haben, denn das ist erlaubt.

Neben der Blitzer-App finden sich auch weitere Apps im Store, die Verkehrsteilnehmer nutzen können. So geben einige Städte und Kommunen Apps heraus, mit denen die Bürger Falschparker melden können. Binnen weniger Minuten soll dann das Ordnungsamt kommen und den betreffenden Fahrer sanktionieren. Ziel ist es, dem Personalmangel entgegenzutreten.

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