Bußgeldkatalog Fußgängerüberweg – wie werden Vergehen am Zebrastreifen sanktioniert?

VergehenBußgeldPunkte
Auf den Fußgängerweg gefahren, obwohl der Verkehr stockte5 €
Zu schnell an den Fußgängerüberweg rangefahren oder überholt80 €1
...mit Gefährdung anderer100 €1
...mit Unfallfolge120 €1

Ein Fußgängerüberweg, umgangssprachlich Zebrastreifen genannt, soll „schwächeren“ Verkehrsteilnehmern das Überqueren einer Fahrbahn ohne Ampel erleichtern. Fußgänger haben an den breiten weißen Streifen, welche als Markierung des Zebrastreifens dienen, Vorrang gegenüber Autofahrern. In Deutschland müssen Kfz-Fahrer anhalten, wenn jemand den Fußgängerüberweg passieren möchte.

Seit 1964 ist dieser Vorrang in der Straßenverkehrsordnung (StVO) zum Thema Zebrastreifen geregelt. Sollten Sie einen Zebrastreifen einfach überfahren, drohen hohe Bußgelder sowie ein Punkt in Flensburg. Der folgende Ratgeber gibt einen Überblick über die Verhaltenregeln an Fußgängerüberwegen, die StVO zum Fußgängerüberweg und die Benutzung der Fußgängerüberwege durch Radfahrer.

Verhalten am Zebrastreifen

Ein Zebrastreifen wird durch dieses Verkehrsschild gekennzeichnet.

Ein Zebrastreifen wird durch dieses Verkehrsschild gekennzeichnet.

Zunächst stellt sich die Frage: „Was ist ein Fußgängerüberweg?“. Ein Zebrastreifen ist durch breite weiße Streifen auf der Straße gekennzeichnet. Zusätzlich weist ein Verkehrsschild (Zeichen 293) auf einen Zebrastreifen hin. Das Verhalten von Kfz-Fahrern am Zebrastreifen ist durch § 26 StVO Zebrastreifen geregelt:

  1. An Fußgängerüberwegen haben Fahrzeuge mit Ausnahme von Schienenfahrzeugen den zu Fuß Gehenden sowie Fahrenden von Krankenfahrstühlen oder Rollstühlen, welche den Überweg erkennbar benutzen wollen, das Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen. Dann dürfen sie nur mit mäßiger Geschwindigkeit heranfahren; wenn nötig, müssen sie warten.
  2. Stockt der Verkehr, dürfen Fahrzeuge nicht auf den Überweg fahren, wenn sie auf ihm warten müssten.
  3. An Überwegen darf nicht überholt werden.
  4. Führt die Markierung über einen Radweg oder einen anderen Straßenteil, gelten diese Vorschriften entsprechend.

Allerdings sollten sich auch Fußgänger an einem Zebrastreifen an die StVO halten. Paragraph 25 regelt dieses Verhalten:

Wer zu Fuß geht, hat Fahrbahnen unter Beachtung des Fahrzeugverkehrs zügig auf dem kürzesten Weg quer zur Fahrtrichtung zu überschreiten, und zwar, wenn die Verkehrslage es erfordert, nur an Kreuzungen oder Einmündungen, an Lichtzeichenanlagen innerhalb von Markierungen oder auf Fußgängerüberwegen (Zeichen 293). Wird die Fahrbahn an Kreuzungen oder Einmündungen überschritten, so sind dort angebrachte Fußgängerüberwege oder Markierungen an Lichtzeichenanlagen stets zu benutzen.

Fußgänger sollten einen Fußgängerüberweg immer schnell passieren und somit die Fahrbahn schnellstmöglich wieder freigeben. Ist ein Zebrastreifen vorhanden, so müssen Fußgänger diesen auch benutzen, wenn sie die Straße überqueren möchten.

Grundsätzlich sollten Sie stets vorsichtig an Fußgängerüberwege heranfahren, um eine Gefährdung von Fußgängern auszuschließen. Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob die Passanten den Zebrastreifen tatsächlich überqueren wollen, so müssen Sie dennoch warten. Bei einer Missachtung des Zebrastreifen wird ein Bußgeld fällig.

Zebrastreifen überfahren? Der Bußgeldkatalog für den Zebrastreifen

Ein Vergehen an einem Fußgängerüberweg laut StVO wird mit hohen Bußgeldern und einem Punkt in Flensburg geahndet. Einzig, wenn sie unerlaubt auf einem Zebrastreifen Halten oder Parken, kommen Sie ohne einen Punkt in Flensburg davon. Das Bußgeld beläuft sich lediglich auf 5 Euro.

Fahren Sie allerdings nicht mit gemäßigter Geschwindigkeit an einen Fußgängerüberweg, so werden Sie neben einem Punkt in Flensburg, mit einem Bußgeld von 80 Euro belegt. Bei einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer steigt das Bußgeld am Zebrastreifen auf 100 Euro, bei einem Unfall auf 120 Euro.

Radfahrer und Zebrastreifen

Ein Radfahrer hat an einem Zebrastreifen nur Vorrang, wenn er von seinem Rad absteigt.

Ein Radfahrer hat an einem Zebrastreifen nur Vorrang, wenn er von seinem Rad absteigt.

Ein Fußgängerüberweg ist, wie der Name es schon sagt, für Fußgänger bestimmt. Steigt ein Radfahrer an einem Fußgängerüberweg nicht von seinem Rad ab, so hat er gegenüber einem Autofahrer nicht das Vorrecht, die Fahrbahn zuerst zu überqueren.

Viele Radfahrer missachten diese Regelung allerdings, was zu schweren Unfällen führen kann. Autofahrer sollten daher nicht auf ihr Vorfahrtsrecht gegenüber Radfahrern bestehen, da so das Unfallrisiko minimiert wird.

Steigt ein Radfahrer von seinem Rad ab, oder stößt das Rad rollend mit einem Fuß vom Boden ab, gilt er allerdings als Fußgänger und darf die Fahrbahn vor dem Kfz-Fahrer passieren.

Ein Zebrastreifen soll für Fußgänger ein schneller und sicherer Weg über eine Straße sein. Daher ist es wichtig, dass alle Beteiligten (Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer) rücksichtsvoll miteinander umgehen.
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