Bußgeldkatalog Lenk- und Ruhezeiten – wie werden Verstöße gegen Lenk- und Ruhezeiten geahndet?

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Die Bußgeldtabelle bei einerm Verstoß gegen die vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten

TatbestandBußgeld FahrerBußgeld Unter­nehmer
Lenkzeitunterbrechung verkürzt bis zu 15 Minuten30 €90 €
... mehr als 15 Minuten, Bußgeld je weitere 15 Minuten60 €180 €
Ruhezeit unterschritten bis zu einer Stunde30 €
... bis zu 3 Stunden30 €90 €
... mehr als 3 Stunden60 €180 €
Tageslenkzeit überschritten bis zu einer Stunde30 €
... bis zu 2 Stunden30 €90 €
... mehr als 2 Stunden60 €180 €

Die Lenk- und Ruhezeiten geben an, wie lange ein LKW-Fahrer sein Fahrzeug fahren darf, bevor er dazu verpflichtet ist eine Pause einzulegen. Sie dienen vor allem der Sicherheit im Straßenverkehr. Unfällen, die von übermüdeten Lkw-Fahrern herbeigeführt werden, sollen so verhindert werden. Die erlaubten Lenkzeiten eines Lkw und die Lkw Ruhezeiten sind im Arbeitszeitgesetz (ArbZG) definiert.

Die Lenkzeiten der Busfahrer sind den Lkw Lenk- und Ruhezeiten in Deutschland sehr ähnlich und in der Fahrpersonalverordnung verankert. Erfahren Sie im folgenden Ratgeber, welche Lenk- und Ruhezeiten für Lkw-Fahrer gelten, wozu Fahrerkarte und Fahrtenschreiber wichtig sind und welche Bußgelder Sie erwarten, wenn Sie die Lenkzeiten oder Ruhezeiten überschreiten.

Tages-und Wochenlenkzeit

Lenk- und Ruhezeiten müssen von Lkw- Fahrern eingehalten werden.

Lenk- und Ruhezeiten müssen von Lkw- Fahrern eingehalten werden.

Lenk- und Ruhezeiten gelten für alle Fahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse von 3,5t, die zur gewerblichen Güter- oder Personenbeförderung eingesetzt werden. Die Tageslenkzeit gibt die Stundenanzahl an, die der Berufskraftfahrer das Fahrzeug gefahren hat. Ruhepausen werden nicht eingerechnet, es handelt sich also um die tatsächlichen Lkw-Fahrzeiten.

Die Lenkzeit pro Tag darf nicht länger als 9 Stunden sein. Allerdings besteht die Möglichkeit, die Tageslenkzeit höchstens zweimal in der Woche auf 10 Stunden zu erhöhen. Diese Stundenanzahl ist das Maximum des Erlaubten. Zur Tageslenkzeit zählt auch die Zeit, die ein Fahrer im Stau verbringt oder die Zeit in der er halten muss (rote Ampel etc.). Die Lenkzeit darf nur durch Ruhezeiten unterbrochen werden.

Die Wochenlenkzeit wird von montags 0 Uhr bis Sonntag 24 Uhr Woche für Woche ermittelt. Die Lenkzeit pro Woche darf eine Arbeitszeit von 48 Arbeitsstunden nicht übersteigen. Allerdings sieht das Arbeitszeitgesetz in Paragraph 21a auch Ausnahmen vor:

Die Arbeitszeit darf 48 Stunden wöchentlich nicht überschreiten. Sie kann auf bis zu 60 Stunden verlängert werden, wenn innerhalb von vier Kalendermonaten oder 16 Wochen im Durchschnitt 48 Stunden wöchentlich nicht überschritten werden.

Die Lenkzeit in einer Doppelwoche darf laut Lenk- und Ruhezeiten nicht über 90 Stunden liegen. Zur Berechnung dieser Zeit addiert man die Arbeitsstunden auf zwei aufeinanderfolgenden Kalenderwochen.

Lenkzeitunterbrechung und Ruhezeiten

Eine Lenkzeitunterbrechung bei Lenk- und Ruhezeiten ist immer dann gegeben, wenn ein Kraftfahrer nicht vor dem Lenkrad sitzt. Diese Zeit soll zur Erholung genutzt werden. Dabei gilt: Eine Lenkzeitunterbrechung von mindestens 45 Minuten muss nach einer Lenkzeit von 4,5 Stunden erfolgen. Die Zeit kann allerdings auch in einmal 15 Minuten Unterbrechung und eine Lenkzeitunterbrechung von 30 Minuten aufgeteilt werde.

Wichtig: Bei einer Lenkzeit von 4,5 Stunden muss eine Lenkzeitunterbrechung von 45 Minuten stattfinden.
</div class=”infobox”>Als Ruhezeit bezeichnet man die Zeit am Tag, in der der Kraftfahrer keine Lenktätigkeiten übernimmt. Er hat Freizeit und kann diese Zeit nutzen wo er möchte. Einziges Kriterium ist, dass ein Schlafplatz vorhanden sein muss. Allerdings wird die Ruhezeit häufig im Lkw genossen, wenn der Lkw über eine Schlafmöglichkeit verfügt. Die Ruhezeit wird oft als Wochenendruhezeit von Lkw- Fahrern genutzt, da in Deutschland sonntags ein Fahrverbot für Lkw besteht.

Tachograph (Fahrtenschreiber) und EG Kontrollgerät

Die Polizei kann die Einhaltung von Lenk- und Ruhezeiten überprüfen.

Die Polizei kann die Einhaltung von Lenk- und Ruhezeiten überprüfen.

Da Lenk- und Ruhezeiten der Verhinderung von Unfällen dienen sollen, können Polizei und Bundesamt für Güterverkehr (BAG) die Einhaltung der Zeiten überprüfen. Lkw, die vor dem 1. Mai 2006 zugelassen wurden, besitzen als Fahrtenschreiber einen mechanischen Tachograph. Dieser protokolliert Lenk- und Ruhezeiten, sowie die zurückgelegte Strecke.

Ab 1. Mai 2006 wurde ein EG Kontrollgerät (digitaler Fahrtenschreiber) in alle Lkw eingebaut, es handelt sich dabei um ein digitales Kontrollgerät. Auf einem Chip werden alle relevanten Daten gespeichert. Um sich bei dem Gerät anzumelden besitzt der Fahrer eine Fahrerkarte. Durch eine Unternehmenskarte kann auch der Arbeitgeber auf die Daten zugreifen.

Bei einer Kontrolle kann die Polizei mit einem digitalen Kontrollgerät alle Daten des Fahrtenschreibers abrufen und überprüfen.
</div class=”infobox”>

Lenkzeitüberschreitung- diese Strafen werden fällig

Vergleichen Beamte bei einer Kontrolle die tatsächlichen Lenk- und Ruhezeiten mit der Lenk- und Ruhezeiten Übersicht und stellen fest, dass der Fahrer sich nicht an die Zeiten gehalten hat, werden Bußgelder fällig. Diese Bußgelder fallen sowohl für den Fahrer, als auch für das Unternehmen an.

So erwartet den Fahrer bei einer verkürzten Lenkzeitunterbrechung bis zu 15 Minuten ein Bußgeld von 30 Euro. Für das Unternehmen wird dieses Vergehen deutlich teurer, es muss ein Bußgeld von 90 Euro entrichten.

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