Bußgeldkatalog Lkw mit Gefahrgut – welche Vorschriften gelten beim Gefahrguttransport?

Bußgeldtabelle für Verstöße gegen die Gefahrgutverordnung

VergehenBußgeldPunkteFahrverbot
Auf der Autobahn den Mindest­abstand (50 m) nicht eingehalten120 €1
Eine durch Verkehrs­zeichen 261 gesperrte Straße befahren100 €1
Eine Wiederholung dieses Verstoßes250 €11 Monat
Bei schlechter Witterung die Geschwindig­keit nicht reduziert150 €1
Orange­farbene Tafel nicht angebracht oder nicht sichtbar angebracht300 €
"Gefahrgut­führerschein" nicht mitgeführt500 €
Rauchverbot missachtet250 €

Lkw transportieren täglich verschiedene Güter durch ganz Deutschland. Einige dieser Güter können als Gefahrgut deklariert sein. Der Fahrer muss dann genaue Vorschriften zum Gefahrguttransport einhalten. Andernfalls drohen hohe Bußgelder.

Gefahrgut darf nur von einem Fahrer transportiert werden, der eine entsprechende Schulung besucht hat und ein Zertifikat besitzt. Die Sicherheit hat oberste Priorität. Welche Regelungen gelten für einen Gefahrguttransport? Wie genau erlangt ein Fahrer die Qualifikation, einen Transport von Gefahrgut durchzuführen und was ist eigentlich die Gefahrgutverordnung (GGVS)? Diese Fragen sollen im folgenden Ratgeber beantwortet werden.

Was sind gefährliche Güter?

Das Gefahrgut wird in verschiedene Gefahrgutklassen eingeteilt. Für jede Klasse gibt es eine Warntafel.

Das Gefahrgut wird in verschiedene Gefahrgutklassen eingeteilt. Für jede Klasse gibt es eine Warntafel.

Gefährliche Güter sind Stoffe, chemische Zubereitungen und Gegenstände, die Leben und Gesundheit von Menschen, Tieren und Sachen gefährden können. Der Gefahrguttransport ist daher an strenge Auflagen geknüpft. Gefahrgüter werden in verschiedene Klassen, sogenannte Gefahrgutklassen, eingeteilt.

Die Einteilung erfolgt aufgrund verschiedener Eigenschaften gefährlicher Güter. Es gibt 8 verschiedene Klasse und eine Sonderklasse, wobei jede Klasse in Unterklassen aufgeteilt ist und eigene Informationen besitzt. Die Stoffe bekommen zusätzlich eine vierstellige Nummer (UN-Nummer) und eine eigene Warntafel (Gefahrgutzeichen) für jede Unterklassen. Die Gefahrgutklassen sind:

  • Klasse 1: Explosive Stoffe
  • Klasse 2: Gase, gasförmige Stoffe
  • Klasse 3: Entzündbare flüssige Stoffe
  • Klasse 4: Entzündbare feste Stoffe
  • Klasse 5: Entzündend wirkende Stoffe
  • Klasse 6: Giftige Stoffe
  • Klasse 7: Radioaktive Stoffe
  • Klasse 8: Ätzende Stoffe
  • Klasse 9: verschiedene weitere gefährliche Stoffe

Vorschriften zur Beförderung von Gefahrgut (ADR und GGVS)

In Deutschland gilt für den Transport von Gefahrgut durch Lkw die Gefahrgutverordnung Straße (GGVS). Ergänzt wird diese durch die in ganz Europa gültige ADR für Gefahrgut (Accord européen relatif au transport international des marchandises Dangereuses par Rout = Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße).

Die Verordnung besagt, dass jeder Gefahrgut-Lkw mit einer orangenen Warntafel (gut sichtbar an der Karosserie angebrachter Gefahrgutaufkleber) ausgestattet sein muss. Auf der Tafel ist mit einem Zahlencode die Gefahrgutklasse angegeben.

Außerdem muss der Fahrer stets ein Unfallmerkblatt mitführen. Dieses enthält Anweisungen, was bei einem Unfall zu tun ist. Dieses Merkblatt muss in allen Sprachen der Länder, die durchquert werden, vorliegen. Diese Anweisungen sind, je nachdem welcher Stoff transportiert wird, unterschiedlich.

Darauf muss der Lkw-Fahrer achten

Der Lkw-Fahrer trägt bei einem Transport von Gefahrgut eine besondere Verantwortung. Er muss die Ladung darauf kontrollieren, dass keine undichten oder beschädigten Stellen existieren. Die Ladungssicherung muss außerdem überprüft werden, damit die gefährlichen Güter möglichst keinen Erschütterungen ausgesetzt werden.

Es empfiehlt sich im Lauf der Fahrt die Ladung zu überprüfen. Bei einem Gefahrguttransport gilt natürlich auch ein generelles Rauchverbot im Lkw. Durch die Glut einer Zigarette besteht die Gefahr, dass sich gefährliche Stoffe entzünden oder sogar explodieren.

Außerdem besteht für Fahrer von Gefahrguttransporten ein striktes Alkoholverbot. Eine Missachtung kann zur fristlosen Kündigung führen.
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Notwendige Schulung vor dem Transport von Gefahrgut

Wer mit einem Lkw Gefahrgut transportieren möchte, muss vorher eine Schulung besuchen, um eine entsprechende Qualifikation zu erlangen.

Wer mit einem Lkw Gefahrgut transportieren möchte, muss vorher eine Schulung besuchen, um eine entsprechende Qualifikation zu erlangen.

Die ADR schreibt vor, dass jeder Fahrer, der Gefahrgut transportiert, über entsprechendes Wissen und Können verfügen muss. Dazu gibt es eine spezielle Ausbildung bzw. einen Lehrgang. Ohne den Gefahrgut-Führerschein darf der Fahrer keine Gefahrguttransporte durchführen. Wird die Bescheinigung bei einer Kontrolle nicht vorgelegt, ist ein Bußgeld von bis zu 500 Euro die Folge.

Die Ausbildung erfolgt durch einen dreitägigen Kurs. Laut Verkehrsrecht muss dann noch eine Prüfung abgelegt und bestanden werden. Nach der bestandenen Prüfung wird das Zertifikat ausgestellt. Es ist fünf Jahre lang gültig.

Nach Ablauf der fünf Jahre muss der Fahrer erneut eine Fortbildung besuchen, die 1,5 Tage dauert. Eine erneute Prüfung muss abgelegt werden. Durch die Kurse soll sichergestellt werden, dass die Fahrer auf dem neusten Stand der Bestimmungen zum Gefahrguttransport sind und das Änderungen in der Verordnung wahrgenommen werden.

Jedes Unternehmen, das im Bereich des Transports von Gefahrgut tätig ist, muss einen Gefahrgutbeauftragten bestimmen. Dieser kann kompetente Auskünfte bei Fragen rund um den Transport oder die gesetzlichen Bestimmungen geben.
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Bußgelder und Strafen

Die Missachtung von Vorgaben zum Transport von Gütern der Gefahrgutklassen führt laut Bußgeldkatalog Gefahrgut zu hohen Bußgeldern und einem Punkt in Flensburg.

Wer die Gefahrgutverordnung auf der Straße nicht einhält, indem er beispielsweise eine für den Gefahrguttransport gesperrte Straße befährt, zahlt ein Bußgeld von 100 Euro und bekommt einen Punkt in Flensburg. War dieser Verstoß schon einmal in Flensburg eingetragen, erhöht sich das Bußgeld auf 250 Euro und die Fahrerlaubnis wird für einen Monat entzogen.

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