Reifen

Um ein Fahrzeug fortbewegen zu können, braucht es Reifen. Die Reifen sind quasi die „Schuhe“ des Autos. Wie Turnschuhe tragen sich auch Autoreifen ab und sollten ab einem gewissen Alter nicht mehr gefahren werden. Ein Reifenwechsel muss her. Dazu gibt es eine Mindestprofiltiefe, die nicht unterschritten werden darf. Im folgenden Ratgeber erfahren Sie alles wissenswerte rund um die richtige Bereifung (inklusive dem Unterschied zwischen Sommerreifen und Winterreifen) Ihres Pkw.

Bußgeldtabelle Reifen

TatbestandBußgeldPunkte
Unzulässige Mischbereifung15 €
Mit abgefahrenen Reifen gefahren60 €1
... mit Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer75 €1
Ohne Winterreifen bei Schnee und Glätte60 €1
... mit Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer80 €1

Reifen und ihr Aufbau

Reifen unterscheiden sich in ihrem Aufbau und in der Reifenart.

Reifen unterscheiden sich in ihrem Aufbau und in der Reifenart.

Je nach Zweck und Wetterverhältnissen gibt es verschiedene Reifentypen. Die drei bekanntesten sind:

  • Sommerreifen
  • Winterreifen
  • Ganzjahresreifen (Allwetterreifen)

Grundsätzlich ist zu sagen, dass Reifen nicht nur aus Gummi bestehen. Wichtig ist die Karkasse, das Gerüst, das das Innenleben des Autoreifen trägt. Sie besteht aus Geweben (Kunstseide oder Baumwolle). Die Karkasse wird außerhalb von einer Seitenwand geschützt. Die Laufstreifen bzw. die Lauffläche befindet sich in direktem Kontakt zur Straße. Eine Wulst (Gemisch aus Stahldrähten) verbindet den Autoreifen und die Felgen.

Es gibt verschiedene Bauarten von Pkw-Reifen. Man unterscheidet Diagonal- und Radialreifen.

Die Diagonalreifen, sind heute nur noch schwer zu finden. Sie werden nur für Oldtimer, alte Motorräder oder landwirtschaftliche Fahrzeuge genutzt. Der Name leitet sich aus den diagonal verlaufenden Karkassenlagen ab. Der Diagonalreifen weist eine starke Beweglichkeit der Lauffläche auf, weswegen er heute kaum noch benutzt wird. Das Risiko, dass der Reifen den Halt verliert, ist zu hoch.

1946 entwickelte Michelin den Radialreifen (auch Gürtelreifen genannt). Diese Reifenart ist heute Standard. Die Reifen bestehen aus zwei Schichten, die mit Karkassen aus Stahlgewebe gefüllt sind. Somit passt sich der Reifen der Straße optimal an und ist nicht so empfindlich gegen Beschädigungen an der Lauffläche.

Reifenbeschriftung

Eine Reifenbeschriftung ist auf jedem Autoreifen zu finden. Jeder Buchstabe und jede Zahl haben eine bestimmte Bedeutung.

Eine Reifenbeschriftung ist auf jedem Autoreifen zu finden. Jeder Buchstabe und jede Zahl haben eine bestimmte Bedeutung.

Ein Reifen ist mit verschiedenen Angaben versehen. An einem Beispiel soll die Bedeutung der einzelnen Zahlen und Buchstaben deutlich gemacht werden. In unserem Beispiel hat der Autoreifen die Beschriftung 175/80 R13.

Die Reifenbreite

Die erste Zahl gibt immer die Breite des Reifens in Millimetern an. Die Breite kann sich je nach Hersteller stark voneinander unterscheiden. Im Normalfall liegt sie zwischen 125 mm und 335mm. Bezogen auf das Beispiel hat der Reifen also eine Breite von 175 mm.

Das Höhen-Breiten-Verhältnis

Wie der Name schon sagt, geht es hier um das Verhältnis von Höhe und Breite des Reifenquerschnitts. Das Verhältnis wird in Prozent angegeben. Mit sinkender Zahl, wird auch die Seite des Autoreifens (Seitenflanke) immer kleiner. Bezogen auf das Beispiel haben wir also ein Höhen-Breiten-Verhältnis von 80 Prozent.

Der Buchstabe „R“ steht für Radialreifen. Er gibt also die Reifenart an. Es darf immer nur eine Reifenart an einem Fahrzeug montiert werden.

Felgendurchmesser

Die Zahl hinter dem Buchstaben für die Reifenart gibt immer den Durchmesser der Felge an. Dieser wird – vom Mittelpunkt ausgehend – von einem Rand der Felge zum anderen Rand der Felge berechnet. Die Angabe erfolgt in Zoll (1 Zoll = 25,44mm) und beläuft sich auf zwischen 10 Zoll bis 20 Zoll. In unserem Beispiel ist der Felgendurchmesser also 13 Zoll bzw. 330,2 mm.

Geschwindigkeitsindex von Reifen

Der Buchstabe „V“ definiert die Höchstgeschwindigkeit, die der Reifen aushält. „V“ ist die gängigste Bezeichnung und steht für eine Höchstgeschwindigkeit bis zu 240 km/h. Der Geschwindigkeitsindex eines Reifens setzt somit auch die maximal erlaubte Geschwindigkeit mit dem jeweiligen Reifen fest. Der Reifen-Geschwindigkeitsindex garantiert, dass die angegebene Geschwindigkeit auch bei Dauerbetrieb gefahren werden kann.

Der Tragfähigkeitsindex (auch Lastindex) gibt an, welche maximal zulässige Last der Reifen aushält. Diese Bezeichnung befindet sich vor dem Buchstaben, der den Geschwindigkeitsindex definiert.

Welche Reifen darf ich fahren?

Beim Reifenkauf gibt es eine große Auswahl.

Beim Reifen kaufen gibt es eine große Auswahl.

Je nach Wetterverhältnissen müssen verschiedene Reifen am Auto montiert werden. Dabei gibt es die Unterteilung in Sommerreifen, Winterreifen und Ganzjahresreifen (Allwetterreifen). Fährt ein Autofahrer mit Sommerreifen im Winter, so erwarten ihn ein Bußgeld von 60 Euro und ein Punkt in Flensburg. Im Folgenden sollen die einzelnen Reifen vorgestellt und unterschieden werden.

Winterreifen

Seit 2010 besteht in Deutschland eine Winterreifenpflicht bei Eis und Schnee. Die spezielle Gummimischung der Winterreifen ist auch bei niedrigen Temperaturen sehr elastisch. Besondere Lamellen sollen zusätzlich die Rutschgefahr minimieren. Paragraph 2 Straßenverkehrsordnung (StVO) dazu:

„Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf ein Kraftfahrzeug nur mit Reifen gefahren werden, die die in Anhang II Nummer 2.2 der Richtlinie 92/23/EWG des Rates vom 31. März 1992 über Reifen von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern und über ihre Montage (ABl. L 129 vom 14.5.1992, S. 95), die zuletzt durch die Richtlinie 2005/11/EG (ABl. L 46 vom 17.2.2005, S. 42) geändert worden ist, beschriebenen Eigenschaften erfüllen (M+S-Reifen).“

So genannte M+S-Reifen gelten also laut StVO als Winterreifen. Das „M“ steht dabei für „Matsch“ und das „S“ für „Schnee“. Allerdings ist nicht jeder Autoreifen, der die Bezeichnung M+S trägt, auch ein Winterreifen. Die Bezeichnung kann auch bei Sommerreifen oder Ganzjahresreifen vorhanden sein.

Fährt ein Fahrzeug mit Winterreifen im Sommer, so verstößt der Fahrer gegen keine Gesetze oder Vorschriften. Vom Gebrauch von Winterreifen im Sommer ist allerdings abzuraten, da abgefahrene Reifen zu befürchten sind. Winterreifen sollten ohnehin nach spätestens 4 Jahren gewechselt werden, da sonst eine risikofreie Fahrt nicht garantiert werden kann.

Sommerreifen

Sommerreifen zeichnen sich dadurch aus, dass die Gummimischung auch bei hohen Temperaturen nicht zu weich wird. Daher ist die Abnutzung auch bei hoher Geschwindigkeit relativ gering. Nimmt die Profiltiefe ab, so verschlechtert sich das Verhalten bei Regen und das Fahrzeug kann ins Rutschen geraten. Sommerreifen sind daher ausschließlich für den Sommer geeingnet.

Ganzjahresreifen (Allwetterreifen)

Ganzjahresreifen sind ein Kompromiss zwischen Sommerreifen und Winterreifen. Die Reifen haben allerdings einen hohen Verschleiß. Trägt ein Ganzjahresreifen das M+S-Symbol, so können Sie auch im Winter damit fahren. Allwetterreifen machen an Orten, wo die Temperaturen nicht so sehr schwanken, Sinn. An Orten, wo mit einem harten Winter und viel Schneefall zu rechnen ist, raten Experten dazu, Winterreifen zu benutzen.

Steht bei Ihnen ein Reifenwechsel an, weil Ihr Autoreifen das Alter überschritten hat, so können Sie in einer Werkstatt die Reifen wechseln lassen. Das Reifen aufziehen ist für die Mitarbeiter eine Routineübung, nicht nur der Reifen, auch die Felgen werden montiert. Abgefahrene Reifen können Sie in der Werkstatt lassen. Die Zusatzleistung „Reifen entsorgen“ ist meist im Preis inbegriffen.

Mindesprofiltiefe (und Reifendruck)

Der Reifen wird in der Regel in einer Werkstatt gewechselt.

Der Reifen wird in der Regel in einer Werkstatt gewechselt.

1992 legte die damalige EG-Kommission neue Grenzwerte für die Mindestprofiltiefe von Reifen fest. Europaweit müssen Autoreifen also mindestens 1,6 mm Profil aufweisen. Allerdings empfehlen Experten bei Winterreifen eine Mindestprofiltiefe von 4 mm, da unter diesem Wert die Haftung auf der Straße eingeschränkt sein kann. Mit einem Geldstück können Sie selbst die Profiltiefe messen.

Der Reifendruck sollte in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Im November 2014 wurde in der EU die Pflicht zum Einbau von Reifendruckkontrollsystemen in allen Neufahrzeugen eingeführt. Falscher Reifendruck kann zu hohem Verschleiß oder sogar zum Platzen des Reifens führen. Die Vorgabe für einen optimalen Reifendruck liefert der Fahrzeug- oder Reifenhersteller.

Bußgelder und Punkte

Fahren Sie ohne vorschriftsmäßige Bereifung, so erwarten Sie Bußgelder und in den meisten Fällen ein Punkt in Flensburg. Eine unzulässige Mischbereifung wird mit 15 Euro Bußgeld geahndet. Fahren Sie mit abgefahrenen Reifen oder trotz Schnee und Glätte ohne Winterreifen, so erwartet Sie ein Bußgeld von 60 Euro und ein Punkt in Flensburg.

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