Fingierter Unfall – keine Seltenheit!

Ein fingierter Unfall ist ein Versicherungsbetrug.

Ein fingierter Unfall ist ein Versicherungsbetrug.

Unfälle passieren – das weiß jeder. Besonders im Straßenverkehr kracht es immerzu, ob nun Lackschaden oder Frontalkollision.

Unfälle wollen vermieden sein, denn sie verursachen Personen- und Sachschäden.

Leider wollen nicht wenige die Situation eines Verkehrsunfalles für sich ausnutzen, um Gelder der Versicherung zu kassieren – “fingierter Verkehrsunfall” ist hier das Schlagwort. Dabei gibt es verschiedene Arten, einen Unfall zu provozieren und aus diesem Kapital zu schlagen – meist unter Einbezug unschuldiger Autofahrer.

Die Versicherung versteht bei gestellten Schäden kein Spaß

Versicherungsbetrug gibt es schon genauso lange, wie es die Versicherung gibt. Das Prinzip ist einfach: Durch das Vortäuschen, Selbstverursachen oder die Provokation von Schäden werden Leistungen erschlichen. Dies ist im Strafgesetzbuch (StGB) im § 263 unter „Betrug“ festgehalten:

Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, das Vermögen eines anderen dadurch beschädigt, dass er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterhält, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Selbst der Versuch eines Versicherungsbetruges ist bereits strafbar.

Das sind die beliebtesten Betrugsmaschen

Ein Verkehrsunfall kann durch die Kooperation zweier Parteien oder den Einbezug eines unwissenden, dritten herbeigeführt werden. Die Rechtsprechung unterscheidet solch fingierte Unfälle dabei in unterschiedliche Vorgehensweisen:

  • ein „klassischer“ fingierter Unfall, bei welchem es keinen wirklichen Schaden gibt oder der Verkehrsunfall selbst verursacht wurde
  • ein tatsächlicher Unfall wird ausgenutzt, wobei auch Schäden geltend gemacht werden, die nicht bei dem Unfall entstanden bzw. die nachträglich sogar vergrößert werden
  • „Berliner Modell“ – hierfür sind ein teurer und ein geklauter Wagen nötig: Das teure Fahrzeug wird dabei abgestellt, mit dem geklauten Exemplar gerammt und anschließend wird Fahrerflucht begangen
  • provozierter Unfall durch die Einbeziehung anderer

Manchmal handelt es sich hier um Einzelpersonen, manchmal um ganze Banden, welche diese Art Abzocke regelmäßig betreiben.

Manipulierte Verkehrsunfälle: So können sie erkannt werden

Ein provozierter Unfall erscheint im ersten Moment meist nicht als solcher.

Ein provozierter Unfall erscheint im ersten Moment meist nicht als solcher.

Versicherungen sind natürlich daran interessiert, die entsprechenden Versicherungsbeiträge nur dann auszuzahlen, wenn auch wirklich ein Unfall stattfand.

Wird nun klar, dass ein fingierter Unfall angegeben wurde – entweder weil er gemeldet wurde oder weil die Betrüger sich verraten haben – folgen Sanktionen.

Der Schaden wird nicht reguliert und der Vertrag wird gegebenenfalls auch beendet, wenn die Versicherung des Tricksers hintergangen werden sollte.

Ist der Schock des Momentes verflogen, fallen Fahrern beim Revue-passieren-Lassen der Situation oft Details auf, die im Nachhinein nicht geheuer scheinen. In vielen Fällen wird dem Betroffenen erst nach dem Unfall klar, dass dieser eingefädelt war oder er selbst zu Unrecht beschuldigt wurde.

Was können Autofahrer tun, welche in eine solche Masche verwickelt werden und deren Versicherung zahlen soll?

Das Wichtigste ist natürlich, zu jeder Zeit umsichtig zu fahren – das gilt allgemein für den kompletten Verkehr. Immer mehr Autofahrer nutzen eine Kfz-Dashcam: Diese wird an der Frontscheibe befestigt und zeichnet bei jeder Fahrt den kompletten Verkehr auf. Auf diese Art kann ein fingierter Unfall mit entsprechendem Bildmaterial ins richtige Licht gerückt werden – hier muss jedoch erwähnt werden, dass Dashcams innerhalb von Deutschland in der Regel noch nicht als Beweis zugelassen sind.

Bewahren Sie Ruhe und betrachten Sie genau den Unfallort und das Verhalten des Gegenüber: Wird versucht, das Nummernschild zu verdecken? Sind auffällig schnell Zeugen am Unfallort? Wird darauf bestanden, die Polizei nicht einzuschalten? All das können Hinweise dafür sein, dass hier ein fingierter Unfall stattfand.

Lassen Sie sich nicht beirren und schalten Sie die Polizei ein. Diese hilft nicht nur, die Formalien eines Unfalls abzuwickeln, sondern dient Ihnen als Absicherung für den Fall, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht. Im äußersten Fall ist auch die Konsultation eines Anwalts für Verkehrsrecht angebracht.
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