Führerscheinentzug und Fahrverbot: Was bedeutet das?

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Führerscheinentzug und Fahrverbot: Ist das nicht das gleiche?

Es gibt zwar einen großen Unterschied zwischen Fahrverbot und Führerscheinentzug, aber in beiden Fällen ist der "Lappen" erstmal weg.

Es gibt zwar einen großen Unterschied zwischen Fahrverbot und Führerscheinentzug, aber in beiden Fällen ist der “Lappen” erstmal weg.

Um die Sicherheit im Straßenverkehr und für alle Verkehrsteilnehmer sicherzustellen, haben die deutschen Behörden verschiedene Möglichkeiten, Verkehrssünder zu bestrafen und zu erziehen. Die schwersten Sanktionen stellen dabei wohl der Führerscheinentzug und das Fahrverbot dar. 2016 wurden diese Urteile ungefähr 550.000 Mal verhängt. Im Vergleich zum Vorjahr ist diese Zahl um 19 % gestiegen. Obwohl es auf den ersten Blick dasselbe zu sein schein und oft synonym verwendet wird, gibt es zwischen dem Fahrverbot und dem Führerscheinentzug mindestens einen Unterschied, den ein Fahrzeughalter, auf den eine solche Ordnungsmaßnahme zukommt kennen sollten.

Der Unterschied zwischen Führerscheinentzug und Fahrverbot

Ob Fahrverbot oder Führerscheinentzug drohen, hängt von der Art des Vergehens ab.

Das Fahrverbot

Ein Fahrverbot ist eine vorübergehende Maßnahme, die wie Punkte oder Bußgelder den Verkehrsteilnehmer erziehen soll. Seit August 2017 können Fahrverbote jedoch auch für Straftaten verhängt werden, die nicht im Zusammenhang mit dem Führen eines Fahrzeugs stehen.

Fahrverbot oder Führerscheinentzug sind die Mittel, mit denen die Justiz hart gegen Verkehrssünder vorgeht.

Fahrverbot oder Führerscheinentzug sind die Mittel, mit denen die Justiz hart gegen Verkehrssünder vorgeht.

Was bedeutet ein Fahrverbot genau?

Wenn ein Gericht oder eine Verwaltungsbehörde keinen Führerscheinentzug, sondern ein Fahrverbot wegen eines erheblichen Vergehen gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO) anordnet, ruht die Fahrerlaubnis des Beschuldigten für maximal 3 Monate. Wird das Fahrverbot jedoch als Nebenstrafe, also neben einer Freiheits- oder Geldstrafe bei einem Strafgerichtverfahren verhängt, kann die Strafdauer bis zu 6 Monate betragen.

Beginnt das Verbot sofort?

Ersttäter, die in den letzten 24 Monaten nicht bereits einen Führerscheinentzug oder ein Fahrverbot ableisten mussten, haben die Möglichkeit den Beginn des Fahrverbots, während einer auf 4 Monate begrenzten Frist, selbst zu bestimmen. So können kurzfristige Termine trotzdem eingehalten werden.Zur Sicherstellung des Verbots, wird der Führerschein zum festgelegten Zeitpunkt von einer amtlichen Stelle in Verwahrung genommen bzw. eingezogen. Nach Ableistung des Fahrverbots wird der Führerschein wieder ausgehändigt.

Der Führerscheinentzug

Der Entzug der Fahrerlaubnis, der umgangssprachliche Führerscheinentzug genannt wird, stellt eine langfristige Sanktion dar, wenn der Beschuldigte nachweislich nicht geeignet ist, am Straßenverkehr teilzunehmen.

Warum Führerscheinentzug?

Wenn ein Fahrverbot nicht ausreicht und sich ein Fahrer als „ungeeignet oder nicht befähigt zum Führen von Kraftfahrzeugen“ (§3, Absatz 1, StVG) erweist, kann die entsprechende Behörde die Fahrerlaubnis vollständig entziehen. Die Anforderungen sind dabei nicht exakt durch Gesetze geregelt. Generell gibt es drei Kategorien von Mängeln, die einen Führerscheinentzug (ein vollständiges Fahrverbot ohne zeitliche Begrenzung) nach sich ziehen können. In der folgenden Tabelle sind einige Gründe für einen Entzug aufgeführt.

Art des MangelBeispiele
körperlichSchwere Diabetes mellitus, nicht-korrigierbare Sehschwäche, Schwere Epilepsie-Anfälle
geistigparanoide Schizophrenie, Anhaltende schwere Depressionen
charakterlichTeilnahme am Straßenverkehr unter der Einwirkung von Alkohol oder Drogen,
grobe und/oder wiederholte Verstöße gegen Straf- oder Verkehrsrecht

Was passiert nach dem Inkrafttreten des Urteils?

Der Führerschein wird eingezogen, sobald das Urteil in Kraft getreten ist. Genaugenommen erlischt mit dem Inkrafttreten die Fahrerlaubnis, die mit erfolgreich beendeter Fahrschule erworben wurde.

Um wieder ein Fahrzeug führen zu dürfen, werden an die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis mitunter noch weitere Bedingungen geknüpft, wie zum Beispiel eine MPU (medizinisch-psychologische Untersuchung).

Wie lange dauert ein Führerscheinentzug?

Fahrverbot und Führerscheinentzug können beide eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) nach sich ziehen, wenn an der Fahrtauglichkeit gezweifelt wird.

Fahrverbot und Führerscheinentzug können beide eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) nach sich ziehen, wenn an der Fahrtauglichkeit gezweifelt wird.

Der Führerschein kann nach einer vom Gericht bestimmten Zeit, die in der Regel zwischen 6 Monaten und 5 Jahren beträgt, erneut erworben werden. In besonders schweren Fällen kann auch eine lebenslange Sperre erfolgen.
Ist die Sperrfrist vergangen, kann ein neuer Führerschein beantragt werden und die Eingung muss erneut nachgewiesen werden. Der Umfang des Nachweis kann je nach Ursache des Führerscheinentzugs unterschiedlich groß ausfallen.

Können Führerscheinentzug und Fahrverbot gleichzeitig verhängt werden?

In manchen Fällen kann es vorkommen, dass in kurzer Zeit hintereinander begangene Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten Fahrverbot und Führerscheinentzug gleichzeitig bedeuten. In diesem Fall gibt es die Möglichkeit, Führerscheinentzug und Fahrverbot nebeneinander abzuleisten, anstatt nacheinander. Dadurch kann sich die Gesamtzeit, in der auf das Fahrzeug verzichtet werden muss, verringern.

Das Fahrverbot wird parallel zum Führerscheinentzug abgeleistet und kommt nach der Wiedererteilung der Fahrerlaubnis nicht noch hinzu.

Können Führerscheinentzug und Fahrverbot umgangen werden?

Ein Anwalt kann ein Gericht, das ein Fahrverbot verhängen möchte, jedoch davon überzeugen, dass der Beschuldigte auf sein Fahrzeug angewiesen ist. In manchen Fällen sind Richter und Staatsanwaltschaft daraufhin bereit, von einem Fahrverbot abzusehen. Jedoch erhöht das Gericht in solchen Fällen normalerweise die Geldbuße entsprechend, um das Gewicht der Strafe nicht zu verringern. Ein Führerscheinentzug umwandeln zu können ist zwar prinzipiell möglich, aber höchst unwahrscheinlich.

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