Schadensminderungspflicht nach einem Unfall: § 254 BGB

Die Schadensminderungspflicht ist gesetzlich im BGB geregelt.

Die Schadensminderungspflicht ist gesetzlich im BGB geregelt.

Nach einem Unfall sind Geschädigte, die keinerlei Schuld tragen, von den allermeisten Pflichten ausgenommen. Schließlich muss der Unfallverursacher für den Schaden aufkommen. In der Zeit, in der der Unfallwagen in Reparatur ist, steht Geschädigten oftmals ein Mietwagen zu.

Hinzu kommen weitere Ansprüche wie ein Anwalt oder die freie Werkstatt- und Gutachterwahl. Einer Pflicht müssen allerdings auch die Unfallopfer nachkommen: Sie müssen den Schaden so gering wie möglich halten. Doch was bedeutet das konkret und was passiert, wenn Sie sich nicht an die Pflicht der Schadensminderung halten? Wann kann Ihnen Mitverschulden vorgeworfen werden?

Was bedeutet “Schadensminderungspflicht”?

Der § 254 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) regelt zur Schadensminderungspflicht:

[Die Schadensminderungspflicht] gilt auch dann, wenn sich das Verschulden des Beschädigten darauf beschränkt, dass er unterlassen hat, den Schuldner auf die Gefahr eines ungewöhnlich hohen Schadens aufmerksam zu machen, die der Schuldner weder kannte noch kennen musste, oder dass er unterlassen hat, den Schaden abzuwenden oder zu mindern.

Diese Schadensminderungspflicht ist auch nach einem Verkehrsunfall zu beachten. Kommt der Geschädigte seiner Pflicht nicht nach, trifft ihn ein Mitverschulden. Doch mit welchen Konsequenzen ist zu rechnen, wenn Sie die Schadensminderungspflicht nach einem Kfz-Unfall nicht beachten?

Schadensminderungspflicht nach § 254 BGB bedeutet, dass der Geschädigte die Pflicht hat, Schaden abzuwenden bzw. zu mindern. Hinzu kommt, dass er den Schädiger auf die Gefahr eines ungewöhnlich hohen Schadens hinweisen muss. Dabei ist nicht nur ein materieller Schaden relevant, auch der Zeitfaktor kann eine Rolle spielen.

Schadensminderungspflicht: Kann die Versicherung die Leistungen kürzen?

Zur Schadensminderungspflicht zählt es, dass sich Geschädigte schnell um einen Termin zur Reparatur kümmern.

Zur Schadensminderungspflicht zählt es, dass sich Geschädigte schnell um einen Termin zur Reparatur kümmern.

Nach einem Unfall ist die Schadensminderungspflicht in mehreren Situationen zu beachten. So ist beispielsweise mit der Versicherung Rücksprache zu halten, ob diese ein teures Sachverständigengutachten präferiert oder ob ein Kostenvoranschlag einer Werkstatt genügt. Bestellten Sie einen Kfz-Gutachter, die Versicherung möchte aber nur einen Kostenvoranschlag sehen (regelmäßig bei Bagatellschäden), bleiben Sie auf den Kosten sitzen.

Darüber hinaus hat sich der Geschädigte im Sinne der Schadensminderungspflicht möglichst schnell um die Durchführung der Reparatur zu bemühen, damit die Versicherung nicht unnötige Ausfallzeiten zahlen muss.

Bemerkt die Versicherung, dass Sie Ihrer Schadensminderungspflicht nicht nachkommen, kann sie die Leistungen kürzen und im schlimmsten Fall den Schutz ganz versagen.

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