Wie Sie eine Sperrfristverkürzung erreichen

Mit einer Sperrfristverkürzung kommen Sie schneller wieder an Ihre Fahrerlaubnis.

Mit einer Sperrfristverkürzung kommen Sie schneller wieder an Ihre Fahrerlaubnis.

Wenn Sie mit zu viel Alkohol oder Drogen am Steuer erwischt wurden, oder wenn Sie in Flensburg acht Punkte gesammelt haben, wird Ihnen die Fahrerlaubnis entzogen. Nach § 69a des Strafgesetzbuches (StGB) erwartet Sie zudem eine Sperrfrist für den Führerschein, den Sie erst nach dieser Zeit erneut beantragen können.

Diese Sperrfristen dauern sechs Monate bis zu fünf Jahre. Doch Sie wollen sicher so bald wie möglich wieder ein Auto fahren und brauchen dazu Ihren Führerschein. Die Sperrfrist zu verkürzen kann Ihnen die Fahrerlaubnis jedoch schon früher wieder verschaffen. Doch wie können Sie das genau machen? Und müssen Sie womöglich noch eine MPU nach der Sperrfrist absolvieren?

Wie können Sie eine Sperrzeitverkürzung für den Führerschein begründen?

Das StGB sieht in § 69a Abs. 7 vor, dass sich eine Sperrfrist vorzeitig aufheben lässt, wenn „der Täter zum Führen von Kraftfahrzeugen nicht mehr ungeeignet ist“. Dies geht allerdings frühestens dann, wenn die Sperrfrist bereits drei Monate lang angedauert hat. Laut § 69a Abs. 3 beträgt die Mindestzeit einer Sperrfrist sogar ein ganzes Jahr, wenn Ihnen in den letzten drei Jahren vor Ihrer Tat schon einmal eine Sperrfrist verordnet wurde.

Eine Sperrzeitverkürzung können Sie dann erreichen, wenn Sie das Gericht überzeugen, kein Alkoholproblem mehr zu haben.

Eine Sperrzeitverkürzung können Sie dann erreichen, wenn Sie das Gericht überzeugen, kein Alkoholproblem mehr zu haben.

Wenn also „nur“ Ihr Beruf gefährdet ist, weil Sie keinen Dienstwagen mehr steuern dürfen oder nur noch schwer zum Arbeitsplatz gelangen können, reicht das nicht aus, um den Führerscheinentzug zu verkürzen. Es genügt auch nicht, wenn Sie lediglich beteuern, dass Sie Ihr Verhalten im Straßenverkehr ändern werden.

Sie müssen das Amtsgericht, welches Ihnen eine Sperrfrist für Ihre Fahrerlaubnis verordnet hat, mit konkreten Maßnahmen überzeugen. Dazu können Sie an Schulungen und verkehrspsychologischen Beratungen teilnehmen, bei denen Sie sich mit dem Grund auseinandersetzen müssen, weshalb Ihnen der Führerschein entzogen wurde. Mit so einer Nachschulung oder Beratung können Sie eine Verkürzung Ihrer Sperrfrist selbst nach einer Trunkenheitsfahrt erreichen. Allerdings erkennen nicht alle Gerichte diese Maßnahmen gleichermaßen an, weshalb Sie sich vorher mit einem Anwalt beraten sollten.

Wie gehen Sie bei einem Antrag auf Sperrfristverkürzung vor?

Wenn Sie Ihre Sperrfrist verkürzen und Ihren Führerschein wiedererlangen wollen, sollten Sie sich an diesem Ablauf orientieren:

  1. Schreiben Sie dem Amtsgericht, welches die Sperrfrist über Sie verhängt hat, einen Antrag auf Verkürzung der Sperrfrist bei Führerscheinentzug. Darin dokumentieren Sie Ihre Schulungsmaßnahmen und begründen, weshalb Sie nun wieder eine Fahrerlaubnis erhalten können.
  2. Nun entscheidet das Gericht darüber, ob es Ihren Antrag auf Sperrfristverkürzung annehmen kann. Wenn es positiv entscheidet, wird die Sperrfrist sofort aufgehoben. Diese Sperrfristverkürzung verursacht keine Kosten.
  3. Sie dürfen Ihre Fahrerlaubnis bereits drei Monate vor dem Ende der Sperrfrist beantragen, müssen aber eventuell weitere Maßnahmen erfüllen, bevor man Ihnen den Führerschein wiedergibt (siehe Box). Wenn Sie Ihre Fahrerlaubnis endlich wiederbekommen haben, sind Sie erst einmal wie Fahranfänger für zwei Jahre in der Probezeit.
Vor allem wenn Ihnen wegen Alkohol- oder Drogenkonsum die Fahrerlaubnis entzogen wurde, müssen Sie gegen Ende der Sperrfrist eine MPU (medizinisch-psychologische Untersuchung) absolvieren. Um diese Untersuchung auf Anhieb zu bestehen, sollten Sie sich mit entsprechenden Kursen vorbereiten.
In Ausnahmefällen müssen Sie nach der Sperrfrist sogar erneut eine Fahrerlaubnisprüfung ablegen, wenn Sie nach der Sperrzeit wieder einen Führerschein erhalten möchten.
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